Gas gegeben: Wir glauben an BMW

7 Apr

Meine BMW muss leider noch auf den Frühling warten. Deshalb muss mein BMW allein immer noch meine verwegenen Fahrkünste vorführen. Schließlich bin ich auch bei Minustemperaturen ein sportlicher heißer Typ.

Meiner Freundin gefällt meine Fahrweise gar nicht. Sie sagt immer: „Du bringst uns noch ins Grab!“

Daraufhin sehe ich sie beim schnellen Dahinrasen nur kurz von der Seite an, bevor ich ihr gelassen antworte: „Lass mir doch meinen Spaß! Früher oder später kommen wir alle doch sowieso da hin.“

Dann verzieht sie die Mundwinkel und meint seufzend zu mir: „Damit habe ich es aber gar nicht eilig.“

Ich hingegen habe es eilig. Natürlich nicht mit der Fahrt zum Friedhof, sondern mit meinem Vorwärtskommen. Das gilt sowohl im Straßen- und Geschlechtsverkehr als auch beim Beruf.

Für den Sex und die rasante Karriere kann sich meine Freundin auch erwärmen. Wichtig ist ir dabei, das das Einkommen deutlich schneller steigt als die Inflation.

Dank meines guten Gehalts kann ich mir meine teure Freundin und die beiden BMWs leisten. Im Frühjahr steige ich auf mein Motorrad und brause bei frischem Fahrtwind fröhlich durch die freie Natur. Im Herbst oder bei Regenwetter steige ich dann wieder auf mein 5er Sportcoupe um.

Gerne steige ich mit meinem Fuß aufs Gas. Gas geben im Auto ist etwas Schönes.

„Gas geben im Verkehr ist etwas Unschönes“, behauptet meine Freundin. „Du vergast unsere schöne Natur.“

Dabei vergaß sie wohl, das mehr als sechs Millionen Menschen etwas absolut Anderes sind als ein paar popelige Bäume oder Sträucher, Bienen oder Kröten. Wann endlich wird sie die Kröte shlucken, dass manch süße Biene am Straßenrand gern in mein Coupe einsteigt, wenn ich allein damit daherkomme?

„Wenn Du nicht langsamer fährst, steige ich jetzt sofort aus“, hat meine Freundin mir einmal gedroht. Da ich aber weiß, dass sie keine Aussteigerin ist, habe ich nicht darauf reagiert.

Dann hat sie sich doch glatt bekreuzigt und zu beten angefangen. Dabei ist sie doch gar nicht religiös!

Erst habe ich noch ein wenig beschleunigt, bis sie „Vater unser“ gemurmelt hat. Dann habe ich doch noch einen Gang runtergeschaltet.

Nun überlege ich mir allerdings, ob ich nicht vielleicht eine neue Sekte gründen sollte. Wenn das so einfach ist, die Leute in rasender Geschwindigkeit zum beten zu bringen, dann könnte ich es ja mal versuchen.

Meine neue Geschwindigkeits-Glaubensgemeinschaft hat auch schon einen Namen. Er lautet „BMW“. Diese Abkürzung steht für „Bet mal wieder!“.

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