Es geht um die Worscht: Allah ist groß und Helmut noch größer

23 Apr

„Allah tschüß!“ Beinahe in jedem dritten Satz hört man in der Pfalz den Namen des allmächtigen Gotts des Islam. Aber sind die Pfälzer nun Muslime, Christen oder Atheisten?

Zuallererst sind sie gar keine Pfälzer, sondern „Pälzer“. Ihre Heimat ist nämlich nicht die Pfalz, sondern „de Palz“.

Außerdem sind die Pfälzer Heimwerker. Ihren Vater begrüßen die Bewohner von Lambrecht in der Pfalz mit „Dachpappe“. Und die eifrigsten Schrauber Deutschlands leben in Mutterstadt.

Angesichts der nahen Grenze zum Elsass sind die Leute von Landau schon halbe Franzosen. Wer Personen aus Pirmasens pälzisch sprechen hört, fragt sich mitunter auch, welche Fremdsprache das wohl wäre.

Auch die Menschen von der Weinstraße sind keine Kinder von Traurigkeit. Zwar hat jedes pfälzische Dorf eine eigene Weinkönigin; sie muss aber nicht Vorbild sein beim Tränen vergießen, sondern eher beim Tropfen ausgießen.

Dennoch war das Hambacher Fest kein Vorläufer des Dürkheimer Wurstmarkts. Waren die gut 35.000 Teilnehmer damals überaus engagierte Revolutionäre, die teilweise tagelang zu Fuß nach Neustadt zum Hambacher Schloss gekommen waren, so erreicht man den volkstümlichen Dürkheimer Wurstmarkt heute von Mannheim aus bequem mit der Straßenbahn.

Volkstümelei war auch die Sache des – zumindest an Körperfülle – größten Pfälzers. Der „Dicke“ aus Oggersheim bevorzugte aber nicht die Wurst, sondern den pfälzischen Saumagen. Den hat Helmut Kohl traditionsbewusst allen seinen Staatsgästen aufgetischt wie seinen Staatsbürgern das Märchen von den „blühenden Landschaften“ in Deutschlands Osten.

Die Pfälzer sind eben Optimisten und Internationalisten. Das ist auch kein Wunder, endete ihre Landesgrenze zu Zeiten des Kurfürsten Karl-Theodor doch schon kurz hinter Schwetzingen.

Heute ist die Pfalz noch kleiner. Dafür ist die Wirkung des – oft unverständlichen – Pfälzer Dialekts mitunter sehr groß.

Ihm verdankt die Welt den englisch klingenden Namen für das Mobiltelefon. Als eine Pfälzerin zum ersten Mal so ein schnurloses Gerät sah, fragte sie verwundert: „Henn die keu Schnuä?“

Daraufhin schlug der Entwickler des Handys die Hände über dem Kopf zusammen. „Gütiger Gott“, soll er gerufen haben. „Hast Du noch Töne?“

Als der wackere Ingenieur schließlich die Sprache wieder gefunden hatte, klingelte das dann wie „Allah, ich bin als hieä.“ Dann legte er wieder auf: „Allah tschüß!“

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