Der Mai ist willkommen: Flammende Reden bei Bier und Würstchen

1 Mai

Irgendwas stimmt da nicht: Am Tag der Arbeit haben wir frei; aber am Freitag müssen wir arbeiten.

Vielleicht sollte man den 1. Mai umbenennen: Wie wär´s mit „Tag der nicht eingehaltenen Arbeitspausen“?

Während die Werktätigen sonst eifrig schuften, gehen sie am 1. Mai auf die Straße. Dann zeigen sie den Unternehmern mal, wo der Bartel den Most holt.

Angeblich linke Politiker und gut bezahlte Gewerkschaftssekretäre wettern dann über Niedriglöhne und Minijobs, Leiharbeit und Steuerflucht. Mit Feuereifer fordern sie einen Mindestlohn von 8.50 Euro und Solidarität mit den Kollegen in Griechenland oder Spanien.

Die Gewerkschaftsmitglieder hören sich das brav an und klatschen auch dann und wann. Dabei trinken sie Bier und essen Würstchen oder ein Stück Kuchen.

„Wir sind keine armen Würstchen“, sagen sie währenddessen zueinander. „Wir wollen auch ein Stück vom Kuchen!“

Selbstbewusst recken sie die linke Faust in die Luft. „Alle Räder stehen still, wenn ein starker Arm es will“, singen sie oder „Brüder, zur Sonne, zur Freizeit“.

Vor diesem Tag zittern die Topmanager das ganze Jahr. Heilfroh überzeugen sie sich am 2. Mai, dass alle wirklich wieder an der Werkbank oder am Schreibtisch sind.

Ein Jahr lang bleiben die meisten da auch und beißen die Zähne zusammen. Am 1. Mai darf der Frust dann wieder raus auf die Straße. Dann gibt es wieder flammende Reden, abgestandenes Bier und arme Würstchen.

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