Versprochen: Die Partei, die Partei, die Partei

23 Jun

Ein Kollege hat mich neulich gefragt, ob ich nicht seiner Partei beitreten wolle. Entsetzt habe ich abgelehnt.

Einen Tag später hat ein anderer Kollege aus einer anderen Partei mir die gleiche Frage gestellt. Wieder habe ich abgelehnt.

Als wiederum einen Tag später ein dritter Kollege mich fragte, ob ich nicht seiner partei beitreten wolle, wurde mir angst und bange. Was wollen die denn nur alle von mir?

Eine nette Kollegin hat mich dann aufgeklärt: Angesichts der bevorstehenden Urnengänge suchen alle Parteien noch Aktive für den Wahlkampf. In ihrer Partei sei das ganz genauso.

Irgendwie klingt mir dieses merkwürdige Wort noch in den Ohren, dass sie anstelle von „Wahl“ benutzt hat. Sie nannte die Abstimmung „Urnengang“.

Eine wirkliche Wahl haben wir wahrlich nicht. Eher entpuppt sich das Ganze als ein Gang zum eigenen Begräbnis.

Am Ende werden wohl alle Parteien fast genau das Gleiche tun. Wir werden pauschal verdächtigt und verhört, abgezockt und in die Irre geführt oder bei Demonstrationen kollateral mitverprügelt. Wir werden für dumm verkauft und an einem Ring durch die Nase an der Nase herumgeführt.

Letztlich unterscheiden sich die Parteien nur in den Versprechen, die sie uns vor der Wahl auftischen. Hinterher haben sie sich da wohl versprochen, weil das Versprochene dann doch unmöglich. Das genaue Gegenteil hingegen sei „alternativlos“, behaupten sie altklug oder naiv.Was soll ich also tun? Lange habe ich darüber nachgedacht, bis ich die Lösung gefunden habe: Nacheinander werde ich alle Parteien eintreten.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: