Echt auf den Hundt gekommen: Ein Mindestlohn für Umfaller

26 Okt

Dieter Hundt will klagen. Die CDU und die CSU warnt er vor Zugeständnissen bei den Koalitionsverhältnissen mit der SPD. Einen gesetzlichen Mindestlohn und mehr Mitbestimmung von Betriebsräten bei Werkverträgen will der Arbeitgeberpräsident verhindern.

Hundt klagt aber schon seit Jahren. Dass dieser Mann rechts ist, wusste ich ja schon; aber dass er auch Rechtsanwalt sein will, war mir neu.

Wahrscheinlich kann Hundt immer noch nicht verwinden, dass Leibeigenschaft und Sklaverei auf dem Papier abgeschafft sind. Als Arbeitgeber muss man seine Beschäftigten dann ja mit allerlei Zückerchen ködern. Das bringt völlig unnötige Ausgaben!

Dummerweise ist die FDP bei der jüngsten Bundestagswahl eingegangen. Seit Jahren war sie eine Enge Symbiose mit den Arbeitgebern eingegangen. Noch nie war eine Partei so willig und billig wie sie!

Nun versuchen es die Arbeitgeber notgedrungen mit der CDU und ihrer bayerischen Schwester CSU. Ihr Quandtum zur Erhaltung der rollenden Energieschleudern auf europäischen Straßen haben die Unionsparteien ebenso erhalten wie eine klingende Ermutigung zum eisernen Durchhalten von der Metallbranche.

Auch marktradikale und konservative Parteien fordern einen Mindestlohn für sich selbst. Üppige Parteispenden helfen der Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Umgestaltung Deutschlands zu einer „marktkonformen Demokratie“.

Was den Parteien alles so zufließt, das sparen die Unternehmer an Steuern. Eine Hand wäscht die andere.

Dummerweise ist da aber noch diese SPD. Als alter Hase weiß Hundt, wie unzuverlässig diese Partei war und ist. Aber der Dieter wäre wohl nicht seit Jahrzehnten schon schlimmster Scharfmacher in den vorderen Reihen der radikal neoliberalen deutschen Wirtschaft, wenn er nicht auch in dieser wahrlich verfahrenen Situation Rat wüsste.

Das System „mit Zuckerbrot und Peitsche“ ist ja noch älter als die jahrzehntelangen Tiradengesänge von Hundt. Der krumme Hund ist für die Peitsche zuständig. Das Zuckerbrot träufeln Andere auf die Konten der Parteien.

Sicherlich will auch die SPD ihr Scherflein abhaben. Moneten werden sie wahrscheinlich mehr schärfen als die Erwartungen von Arbeitnehmern. Denen hat die SPD unter Gerhard Schröder ohnehin schon so viel weggenommen, dass Hundt sie eigentlich als befreundete Kraft betrachten müsste.

Dass der dreiste Dieter seine demagogische Drohung öffentlich verkündet, deutet allerdings an, dass das Antichambrieren im stillen Kämmerlein hinter den Kulissen nicht genügend gefruchtet hat. Aber ein aufrechter Gang auf dem Feld der Sozialen Gerechtigkeit wäre für alle drei Koalitionäre nach den gemeinsamen Hartz-Härten etwas Neues. Vielleicht sind sie ja doch noch nicht ganz auf den Hundt gekommen.

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