Das Peter-und-Paul-Prinzip der katholischen Kirche: Hoch dem Rassismus und Kardinal Meisner!

30 Jan

Der „Hohe Meisner“ ist ein Berg in Nordhessen. Der Hohn über Meisner ist eine Volkseinstellung in Köln.

Neue Nahrung hat Kölns erzkatholischer Erzbischof Joachim Kardinal Meisner seinen Kritikern durch eine Loyalitätsbekundung für eine erzreaktionäre katholische Sekte geliefert. „Ich sage immer, eine Familie von euch ersetzt mir 3 muslimische Familien.“

Diese vergleichende Ermutigung zu katholischem Kinderreichtum reiht sich nahtlos ein in Meisners traditionell christliche Rhetorik. Das Kölner Domfenster von Gerhard Richter tat er als „entartete Kunst“ ab. Es passe eher in eine Moschee oder ein jüdisches Gebetshaus, nörgelte er.

Offenbar sind Wortschatz und Denken des Kölner Kardinals noch durch seine Kindheit während der Nazi-Zeit geprägt. Allerdings haben die Nazis „Entartete Kunst“ damals heimlich verkauft oder öffentlich verbrannt wie die katholische Kirche Hunderte von Jahren zuvor aufmüpfige Frauen. Die Macht von Hexen bekämpft Meisner indes allein durch die strenge Aufrechterhaltung des Zölibats.

Dem „Mutterkreuz“ und der Ehrenpatenschaft Adolf Hitlers als Belohnung für die fleißige Produktion deutschen Nachwuchses entspricht Meisners Freude über den pillenfrei ungebremsten Kinderreichtum der katholischen Fundamentalisten. Hitler braucht Soldaten und der Papst treudoofe Schäflein.

Zu den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. hatte Meisner direkten Zugang. Eine enge Freundschaft verbindet ihn auch mit dem Limburger Prunkbischof Klaus-Peter Tebartz-van Elst. Sein Verhältnis zu den Katholiken in seinem Bistum hingegen ist alles andere als freundlich.

Die Jecken am Rhein spotten über ihren Kardinal, den Carol Voitila 1988 gegen den erklärten Willen des Kölner Domkapitels inthronisierte. Im lebensfrohen und liberalen Kölschen Katholizismus ist der gestrenge Reaktionär aus dem protestantischen Osten auch nach gut 25 Jahren immer noch ein Fremdkörper.

Wie können eigentlich Gestalten wie Meisner oder Tebartz-van Elst überhaupt hochkommen in der katholischen Kirche? Wie konnte der Abmahn-Bischof Gerhard-Ludwig Müller zum Großinquisitor und Chef der Glaubenskongregation des Vatikans aufsteigen? Gibt es da eventuell einen Konstruktionsfehler im System der göttlichen Eingebung und der päpstlichen Unfehlbarkeit?

Vielleicht könnte man das altbekannte Peter-Prinzip in hierarchischen Systemen um den Extrem-Opportunisten und eifrigen Briefeschreiber Paulus erweitern. Nach dem Peter-Prinzip wird jemand so lange nach oben befördert, bis er den offensichtlichen Grad seiner Inkompetenz erreicht hat. Nach dem Peter-und-Paul-Prinzip wird jemand Kardinal, wenn er sich zusätzlich auch noch durch eifrige Brandbriefe und -reden gegen den Sittenverfall in den modernen Zeiten der Gottlosigkeit ordentlich bei der römischen Kurie eingeschleimt hat.

Über all das lachen die jecken Kölner vier Wochen vor Karneval nur. Ihr ungeliebter Kardinal geht nämlich bald schon in Rente. Meisner ist eben ein Relikt von gestern.

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