Nicht nur Ornithologe Vogel hat Pech: Auch Sänger Schall und Feuerwerker Rauch sind ein hartes Namen-Los

28 Feb

Mancher Name ist Pogrom. Wenn der Chirurg „Metzger“ heißt oder der Polizist „Schläger“, dann ist das seinem Ansehen zumindest zunächst sicherlich nicht gerade förderlich.

Der Journalist Ernst-Dieter Lueg beharrte deswegen darauf, von dem SPD-Politiker Herbert Wehner nicht als „Herr Lüg“ angesprochen zu werden. Schlagfertig konterte er darauf mit „Herr Wöhner“.

Schon besser sieht es aus mit einem Optiker namens „Gläser“ oder einem Gärtner mit dem Familiennamen „Gräser“. Eher Gellächter ernten wird dagegen der Ophtalmologe „Glotz“, der Urologe „Strahl“ oder der Bynokologe „Kitzler“. Mancher Name kann halt echt ins Auge gehen.

Der Boxer „Faust“ hingegen kann seinem Namen knallhart Ehre machen. Gleiches gilt für den Gymnasiallehrer „Wisser“ und den Richter „Gerecht“.

Froh sein kann ein Soldat über den Familiennamen „Held“. Eindeutige Angebote ernten könnte dagegen eine junge Frau namens „Vögele“.

Der Nachname „Müller“ steht einem Entsorgungsfachmann besser zu Gesicht als einem Messie. „Sommer“ ist vielleicht ein guter Name für einen Hotelier, aber eher schlecht für einen Wintersportler.

Wenn der Fußball-Schiedsrichter „Pfeifer“ heißt, muss er bei unpopulären Entscheidungen mit der Verballhornung seines Namens als „Pfeife“ rechnen. Nur dank seines fußballerischen Talents entkam der Kicker „Hölzenbein“ einer Titulierung als „Hölzernbein“. Seinen Kollegen „Hoeness“ verhöhnen viele auch erst wegen seiner Schwarzgeldaffäre als „Höhnisch“.

Gleiches geschah auch Alice Schwarzer nach Auffliegen ihres „Schwarzergelds“ in der Schweiz. Da entstand viel Schwarzer-Humor. Die Emma-nzipierte Frauenrechtslerin zog sich dabei viel Hohn und Spott zu.

Während derlei Späße durchaus nicht ohne Zutun der Betroffenen die Runde machen, geraten ehrbare Menschen wie der Totengräber „Scharr“ und der Bankier „Reich“ allein aufgrund ihres Familiennamens ins Visier spöttelnder Mitmenschen. Der Molkereibesitzer „Sauermilch“ und der Tenor „Sänger“ können ebenso ein Lied davon singen wie der Feuerwehrmann „Senger“.

Aber auch Vornamen können zu manchen Berufen passen wie die Faust auf´s Auge. Heißt der Pfarrer „Gottlieb“ oder „Gottfried“ und der Psychiater „Tobias“, dann mag das manchen Zeitgenossen durchaus ein wenig erheitern.

Letztlich aber gilt der alte Spruch: „Namen sind Schall und Rauch.“ Ich heiße aber weder B. Schall noch Wei Rauch, sondern Tom Kraft.

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