Erdogan löschte das Feuer mit Benzin: Abschaltung verdoppelte Abrufe von Twitter in der Türkei

23 Mrz

Twitter ist fein raus. Recep Tayyip Erdo?an hat die Türkei aus dem Internet-Kurznachrichtendienst ausgeklinkt.

Daraufhin sind die Türkenecht ausgerastet: Innerhalb eines Tages hat sich die Zahl der Zugriffe auf Twitter in der Türkei trotz der technischen Sperre mehr als verdoppelt. Einen besseren Dienst konnte Erdogan Twitter gar nicht erweisen.

Sich selbst hat er damit zugleich ins Knie geschossen. Denn die von ihm zur Begründung der Abschaltung angeführten angeblichen Mitschnitte persönlicher Telefongespräche mit seinem Sohn über das Vertuschen von Schwarzgeld erhielten dadurch eine weitaus höhere Glaubwürdigkeit als ohne den blindwütigen Angriff auf die Meinungs- und Informationsfreiheit der Türken.

Die Twitter-Sperre ließ sich auch ziemlich leicht umgehen. Wer über Google ins Netz ging, kam von dort auch in der Türkei weiter zu Twitter.

Wir alle lieben ja den Hauch des Verbotenen. Vielleicht auch deshalb und nicht nur aus heißer Empörung über Erdogans Dreistigkeit wählten Millionen Türken am Freitag (21. März) den Weg über Google zu Twitter. Twitter war also gar nicht wirklich weg.

Die Abschaltung von Twitter in der Türkei sei keine Zensur, meinte Bundesabkanzlerin Angela Merkel. Ganz offenkundig hat sie recht: Erdogans aufgeregte Aktion war eine absolut wirksame Werbung für Twitter.

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