Ein Ei für Gauck: Die samtene Revolution und der Hunger nach Gerechtigkeit

19 Nov

Die Tschechen sind mitfühlende Menschen. Sie sorgen sich um das Wohlergehen ihrer Politiker. Bei der Feier zum 25. Jahrestag der „Samtenen Revolution“ auf dem Albertov in Prag haben sie ihrem Präsidenten Milos Zeman sogar Lebensmittel zugeworfen, damit der arme Mann nur ja keinen Hunger leiden muss.
Das tschechische Volk hungert nach Freiheit und Gerechtigkeit. Das war so am 17. November 1989 und das ist immer noch so am 17. November 2014.
Die Tschechen kennen Hunger und Not. Deswegen wollen sie wenigstens ihre gewählten Vertreter üppig ausstatten mit Eiern. Schließlich ist so ein Ei ein Nahrungsmittel, das man seinem Präsidenten relativ leicht und gefahrlos zuwerfen kann.
Auch der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck bekam bei der Revolutionsfeier auf dem Albertov ein Ei ab. Dummerweise hat er nicht schnell genug reagiert, um es geschickt aufzufangen. So traf es ihn an der Schulter.
Nur böse Zungen behaupten, dieses Ei sei für Zeman gedacht gewesen. Die Tschechen sind doch großzügig. Seit den Tagen, wo Reichsprotektor Reinhard Heydrich auf der Prager Burg residierte, lieben sie die Deutschen heiß und innig.
Dem Sachwalter der Wannsee-Konferenz haben sie mit etwas Sprengstoff großzügig dazu verholfen, dass er seinen künftigen Opfern vorangehen konnte. Andere Nazi-Schergen mussten umsetzen, was Heydrich an Papieren in seiner Verplombten Aktentasche getragen hatte.
Elend und Not ist den Tschechen seit Jahren geläufig. Auch wenn sich das in jüngster Zeit von den Nahrungsmitteln etwas weg verlagert hat zu den politischen Zuständen, bleiben die Tschechen doch ein Volk der Hungernden.
Deswegen sollte Gauck den Menschen auf dem Albertov danken für ihre großzügige Geste. Vielleicht wird künftig ja sogar ein Ritual daraus: Überall, wo der deutsche Bundespräsident auftritt, werfen die Menschen ihm freudig eier zu.
Aber nein, das geht nicht: Gauck ist nicht geschickt genug, die fliegenden Eier alle aufzufangen. So beweglich ist er nur in seiner Kriegsrhetorik.

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