Auf der schiefen Bahn: Ich streike

24 Feb

Ich streike. Dieser anstrengende Job wird mir einfach zuviel. Die Bedingungen sind hart; und man erntet dafür nur Hohn statt Lohn.
Den ganzen Tag über stehen wir draußen in der Kälte. Feindselige Kunden beschimpfen uns. Verständnis für uns haben nur sehr wenige.
Könnte ich wenigstens in meiner Führerkanzel sitzen und mit 350 Kilometern die Stunde von Frankfurt nach Köln brausen, dann wäre es ja noch gut. Aber ich soll raus auf den zugigen Bahnsteig gehen und streiken!
Ich streike gegen diese ständigen Streiiks. Das habe ich dem Kollegen Claus Weselsky auch gesagt.
Deswegen hat die GdL den Streik erst mal abgesagt. Stattdessen werden wieder Zughalte angesagt und Fahrgäste befördert.
DBAG und GdL verhandeln über Tarife und Arbeitsbedingungen. Die Fahrgäste sind zufrieden und ich auch. Es geht voran.
Mit 250 Stundenkilometern rase ich von Hannover nach Berlin. Derweil höre ich eine Stimme zur Gewerkschaftsbewegung sagen: „Fahr zur Hölle!“

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