Moderne Wirtschaftsweise: Schafft das Bargeld ab und die Steuern gleich mit!

17 Mai

Peter Bofinger möchte das Bargeld abschaffen. So könne man Schwarzarbeit und illegale Geschäfte verhindern, meint er. Die wissensdurstigen Geheimdienste wird´s freuen.
Münz- und Scheingeld sei ein Anachronismus, meint Bofinger. Zudem kann man die jemandem ungesehen zustecken und so heimlich für Schwarzarbeit bezahlen. Das will Bofinger verhindern.
Digitale Finanzströme kann man lückenlos kontrollieren. BND, NSA und Verfassungsschutz zeigen, wie die totale Kontrolle aussehen kann. Bofinger legt da noch eine Schippe nach. Der Mann ist ein „Wirtschaftsweiser“. Weise ist er allerdings nicht.
Weise war es vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) auch nicht gerade, diesen Wirtschaftsprofessor für den Sachverständigenrat vorzuschlagen, den die Öffentlichkeit immer nur kurz „Die Wirtschaftsweisen“ nennt. Zwar hängt er nicht in allen Punkten der vorherrschenden Wirtschaftsweise an, aber insgesamt ist Bofinger eher ein Freund des Kapitals als ein Wirtschaftswaise.
Seine Forderung nach Abschaffung des Bargelds ist ganz genauso tief durchdacht wie die der FDP nach Steuervereinfachung. Die neoliberale Partei bleibt da bei ihrem Crash-Kurs ins politische Nirwana.
Zwar hat die FDP einige violette Flecken bekommen, aber sie verspricht immer noch das Blaue vom Himmel. Die einfachste Form der Steuervereinfachung wäre wahrscheinlich die Abschaffung sämtlicher Steuern. Wozu braucht der Staat auch Geld, wenn das den Besserverdienern dann fehlt!
„German Mut“ sprach sich die FDP am Wochenende zu. Nachdem sie die „German Wut“ zu spüren bekommen hatte, bettelt ihr neuer Vorsitzender Christian Lindner jetzt beim verbliebenen Parteivolk um Millionen. Offenbar kriegt er nicht mehr genug Spenden von der Industrie, seitdem er deren Interessen nicht mehr im Deutschen Bundestag vertritt.
Nach wie vor huldigt die FDP der „Freiheit“ der „Märkte“. Ihre Ideologie ist die neoliberale Idiotie des August von Hajek. Eben dieser Urvater des Neoliberalismus war übrigens auch Thema der Doktorarbeit Bofingers.
Hajek vergötterte „die Märkte“. Demokratie sei schädlich für ihre freie Entfaltung, gab er unumwunden zu Protokoll. Bundeskanzlerin Angela Merkel nennt das „marktkonforme Demokratie“.
Ergebnis ist die Ausrichtung des Staats an den Interessen der Wirtschaft. In diesem Punkt scheinen Merkel, Bofinger, Lindner und Hajek auf einer Linie zu liegen. Auf dieser Linie geht es schnurstracks weiter zum Freihandelsabkommen TTIP als formale Zementierung des Primats der Wirtschaft über die Politik.
Wenn die alle so weiter fingern, gibt´s bald nur noch käufliche Politik, immer mehr Reichtum für die Reichen und das Reich der Überwachung der Armen, damit die nicht dagegen rebellieren. Die Abschaffung des Bargelds fordert auch nur, wer genug Bares hat. Bettler werden wohl kaum auf Münzen verzichten wollen.

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