Gegen Verrohung der Sprache: Keep calm!

21 Okt

Der Galgen wartet. Die KZs sind „leider außer Betrieb“. Die Abkürzung „Pegida“ steht inzwischen für „Polizei ermittelt gegen irrsinnige Dresdner Aufmärsche“.
Kaltland wird zum Kaltmachland. Die parteilose OB-Kanidatin Henriette Reker wurde bei einem Attentat am Samstag schwer verletzt. Am Sonntag wurde sie dann aber mit deutlicher Mehrheit zur Oberbürgermeisterin von Köln gewählt.
Entsetzen macht sich breit. Tagtäglich gehen Flüchtlingsunterkünfte in Flammen auf. Brandstifter gebärden sich als Biedermänner und „besorgte Bürger“.
Eine Guillotine wurde bei der Anti-TTIP-Demonstration in Berlin aufgebaut. Auf allen Seiten wird der Ton rauher. Das politische Klima mutiert zur Hass- und Hetz-Klimax.
Mit der Macht der Sprache versuchen Demagogen, die Ohnmacht der Massen für sich auszunutzen. Sie stehen nicht nur auf Pegida-Bühnen in Dresden, sondern sitzen auch bei Fernseh-Talkshows oder in Staatskanzleien.
Sprachliche Abrüstung ist deshalb das Gebot der Stunde. Allerdings darf das keine Verharmlosung werden.
Pegida ist nicht nur „in Teilen rechtsradikal“, sondern im Kern. Wer nach allem, was bisher vorgefallen und vor allem der Politik vorgeworfen wurde, immer noch hinter Pegida herläuft, ist definitiv ein Nazi.
Geistige Brandstifter sind aber auch Horst Seehofer und seine Dämagogie-Lakaien in der CSU sowie Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) im Deutschen Beamtenbund. Sie haben Öl ins Feuer gegossen und dann so getan, als seien sie von der Feuerwehr.
Wir sind das Volk. Wir müssen uns entschieden, aber friedlich, gegen alle rechtsradikalen Umtriebe stellen.
Gegen Nazis hilft nur Rückgrat. Wer KZs und den millionenfachen Mord letztlich gutheißt, der gehört auf keine Tribüne, keine Bühne und in keinen Verlag, sondern in die soziale Isolation.
Akif Pirincdci muss lernen, dass solche Reden wie seine am Montag in Dresden nicht geduldet werden. Holocaust-Befürworten ist nämlich noch schlimmer als Holocaust-Leugnen.
Als Angehöriger einer Familie, die viele Verwandte in KZs verloren hat, fällt es mir schwer, da noch Ruhe zu bewahren. Aber eine gewaltfreie Sprache ist nötig, damit Hass nicht über die Menschlichkeit siegt.
Deswegen bitte ich alle, Ihren Glauben an die Demokratie nicht aufzugeben und für sie zu kämpfen. Gesellschaftlicher Fortschritt ist immer hart erkämpft worden. Der Faschismus war nur möglich, weil zu viele tatenlos zugeschaut haben.
Kämpfen wir also gemeinsam mit Herz und Hirn! Die Kölner OB-Wahl hat gezeigt, dass das Gute am Schluss siegen kann.

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