K wie Kaltland: Kleines Lexikon der Flüchtlingspolitik von A bis Z

8 Nov

Allmählich wird´s ernst: Damit alle verstehen, was in der Flüchtlingspolitik zur Zeit wichtig ist, habe ich ein Kleines Lexikon der Flüchtlingspolitik von A bis Z zusammengestellt. Diese List erhebt keinen Anspruch auf volle Beständigkeit.
Asyl
ist das, was jeder politisch Verfolgte in Deutschland bekommt, der Gegner eines diktatorischen Regimes, Künstler und prominent ist. Bleibeperspektive
ist das, was Migranten vom Balkan nicht haben und Flüchtlinge aus Syrien nach dem Willen von Thomas de Maiziere nur noch für ein Jahr bekommen sollen. Chaos
ist das, was Horst Seehofer der Bundesregierung in der Flüchtlingspolitik immer vorwirft, um das Asylrecht scheibchenweise zu verschärfen. Deutschland
ist das Land, wo alle Flüchtlinge der Welt hin wollen, weil hier Milch und Honig fließen. Ermittlungen
sind das, was bei Brandanschlägen gegen Flüchtlingsunterkünfte grundsätzlich nicht zu einem rechten Ergebnis führt. Flüchtlinge
sind das, was Deutschland seit dem Sommer 2015 spaltet in „besorgte Bürger“ und „Utopisten“. Geheimdienste
sind Behörden, die grundsätzlich nichts wissen von Nazi-Netzwerken, aber alles wissen wollen über antifaschistische Flüchtlingshelfer. Heidenau
ist eine Stadt in Sachsen, die das Wort „Willkommenskultur“ mehrheitlich so verstanden hat, dass „besorgte Bürger“ dafür sorgen müssen, dass keiner mehr dorthin kommen will. Inland
ist das, was Ausländer am besten erst gar nicht betreten sollten, weil „besorgte Bürger“ sich sonst dagegen wehren. Jesus
war ein Flüchtling, dessen Unterkunft nicht gerade göttlich war, dem aber alle huldigen, weil er aus Ägypten wieder zurück nach Israel gegangen ist, um dort aus politischen und religiösen Gründen hingerichtet zu werden. Kaltland
ist der Hashtag für die Menschenfreundlichkeit der Deutschen gegenüber Flüchtlingen. Leitkultur
ist das, was viele leid waren, bis es im Rahmen der sogenannten „Flüchtlingskrise“ wieder in Mode kam. Merkel
ist die Bundeskanzlerin, die ein Flüchtlingsmädchen streichelt und sagt „Wir schaffen das“, während ihr Innenminister das Asylrecht scheibchenweise abschafft. Nazis
sind in Deutschland oft V-Leute des Verfassungsschutzes oder der Polizei, die für ihre Spitzeltätigkeit viel Geld kassieren, mit dem sie Nazi-Strukturen aufbauen. Ostdeutschland
ist die Gegend, wo Flüchtlinge besser nicht hingehen, weil man dort Fremde mitunter mal vorsorglich verprügelt. Pegida
ist der Zusammenschluss selbsternannter „Retter des Abendlands“ in Dresden und anderswo, dessen Redner zwar verbale Brandstiftung betreiben, mit den entsprechenden Taten aber ganz bestimmt nichts zu tun haben. Qualifikation
ist das, was viele Flüchtlinge mitbringen, was ihnen hierzulande aber meist nichts nützt. Rüstungsexporte
ist das, womit die deutsche Industrie dafür sorgt, dass Flüchtlinge aus aller Welt auch weiterhin auf den deutschen Arbeitsmarkt strömen. Sachsen
ist das Bundesland, wo viele Bürger noch wissen, dass Deutschland den Deutschen gehört und Fremde niemals Sächsisch lernen werden. Tradition
hat die großzügige Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland nicht erst seit der Nachkriegszeit, sondern spätestens seit der Ansiedlung von Hugenotten in Hessen und Preußen sowie „Polacken“ im Ruhrgebiet. Unterkunft
ist das Zelt oder die Halle für 120 bis 200 Leute, wie man Flüchtlingen in Deutschland auch dann zumutet, wenn sie gerade erst vor zwei Stunden geboren wurden. Verfassungsschutz
ist der deutsche Inlandsgeheimdienst, der Nazi-Organisationen finanziert hat und von Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte nichts wissen will. Willkommenskultur
ist das, wovon in Deutschland viele sprechen und was die Regierung durch ständige Einschränkungen des Asylrechts praktiziert. X
ist das Zeichen, mit dem Angela Merkel bei der nächsten Wahl für ihre Menschlichkeit abgestraft werden wird. Yea
ist der Ausruf primitiver Linker, wenn sie einem Flüchtling helfen können. Zeltstadt
sind das, wo Flüchtlinge überwintern müssen, weil die Behörden ja nicht ahnen konnten, dass es zum Jahresende hin in Deutschland kalt werden kann.

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