D wie DPA: Kleines Lexikon des Journalismus von A bis Z

12 Nov

Nach dem Erfolg von AfD und Pegida wird´s für wackere Journalisten echt bedrohlich: Damit alle verstehen, was im Deutschen Redaktionen zur Zeit so abgeht, habe ich ein Kleines Lexikon des Journalismus von A bis Z zusammengestellt. Diese List erhebt keinen Anspruch auf volle Beständigkeit.
Artikel
ist nicht nur das kleine Wort vor dem groß geschriebenen, sondern auch die Ansammlung von Worten, die am Ende das Arbeitsergebnis von Journalisten sind. Bild
ist nicht nur das, womit Texte aufgelockert werden, oder das, was man sich von einem Sachverhalt macht, sondern auch die populistische Postille, die neuerdings eine Chefredakteurin hat. CvD
ist in der Zeitung derjenige, der gerade das Sagen hat, bis derjenige kommt, der immer das Sagen hat. DPA
ist das Kürzel für diejenigen Texte, die die meisten Redakteure einfach nach dem Motto „Copy&Paste“ ins Blatt bringen. Essay
ist das, was Literaten schreiben, wenn sie meinen, sie arbeiteten journalistisch. Fotograf
ist der, der die Bilder macht, dank derer ddie meisten Leute das Blatt lesen. Text
Horoskop
ist das, was zwischen den Zeilen steht, damit die Leute den Schwachsinn auch lesen. Internet
ist das, was das Papier nach und nach immer weiter verdrängt, obwohl man darin keinen Fisch einpacken kann. Journalismus
ist das, was fast alle kritisieren, aber nur wenige besser machen. Kritiker
ist der, der in Konzerte, Filme oder ins Theater geht und hinterher aufschreibt, wie es war, ohne dass er es selbst besser machen könnte. Lügenpresse
ist ein Schimpfwort, mit dem schon die Nazis gute Journalisten geschmäht haben. Magazin
ist das, was bunt daherkommt, damit einem das Geschreibsel nicht zu bunt wird. Nachrichten
sind das, was alle Medien verkünden, aber nur wenige haben.
O-Ton
ist das, was man in Anführungszeichen druckt und im Radio zusammenschneidet, damit der Bericht lebendiger wirkt. Presse
ist das, wo man das Papier hineinlegt, bis es schwarz wird.
Qatsch
ist das, was kein Redakteur zugibt, aber alle verzapfen.
Recherche
ist das, wofür Journalisten entweder keine Zeit oder kein Geld haben. Sprache
ist das, was die meisten nicht beherrschen, weil sie gar nicht wirklich darauf achten. Texte
sind das, was alle schreiben, ohne dass sie es unbedingt gut könnten. Unterhaltung
ist das, was Journalisten mit Informanten führen, und das, wozu es hinterher dienen soll. Verlag
ist das, was immer weiter wächst, während die Auflage eher sinkt. Weihnachten
ist dann, wenn selbst der Journalismus in Frieden ruht.
X
ist derjenige Buchstabe, der am ehesten am Anfang chinesischer Namen vorkommt, der dann aber „ch“ gesprochen wird. Yea
ist der erfreute Ausruf eines Redakteurs, wenn er eine heiße Nachricht als Erster abgesetzt hat. Zeitung
ist das, womit man nasse Schuhe ausstopft, nachdem man den Wetterbericht für den nächsten Tag gelesen hat, der auch wieder mal nicht stimmt.

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