G wie Gedicht: Kleines Lexikon der Literatur von A bis Z

21 Nov

Nach den Anschlägen von Paris und der allseits aufkeimenden Hysterie hoffen viele auf einen Rückzug ins Private und die Literatur: Damit alle verstehen, was in deutschen Dichterstuben so abgeht, habe ich ein Kleines Lexikon der Literatur von A bis Z zusammengestellt. Diese List erhebt keinen Anspruch auf volle Beständigkeit.

Autoren
heißen so, weil die meisten Toren sind und so eitel oder unfähig, dass es wehtut.
Belletristik
ist das, was sich nicht reimt und dessen Sinn man sich oft mühsam zusammenreimen muss.
Charme
ist das, was Menschen entfalten können, was gute Literatur aber durchaus auch besitzen darf.
Damoklesschwert
ist das, was über einem erfolgreichen Autor beim Verfassen jedes weiteren Buchs schwebt.
Erlebnis
ist das Lesen eines guten Buchs vor allem dann, wenn der Autor darin eigene Erlebnisse gekonnt auf den Punkt bringt.
Fabel
ist das, was Tiere als Menschen darstellt, obwohl doch die meisten Menschen Tiere sind.
Gedicht
ist das, was oft belegt, dass der Autor nicht ganz dicht ist. Hermetisch
ist das, was nicht preisgeben will, dass es Unsinn ist.
Illusion
ist das, was man sich vorstellt, wenn man ein gutes Buch liest. Jedermann
ist ein Theaterstück, das jedermann kennt, aber kaum einer wirklich mal gesehen hat.
Kafkaesk
ist das, was Franz Kafka geschrieben hat, oft aber auch das, was andere schreiben, die meinen, sie könnten es mit ihm aufnehmen.
Lyrik
ist das, was sich manchmal reimt, was manchmal holprig daherkommt und oft so unverständlich ist, dass man sich fragt, ob der Verfasser sich da nicht verfasst hat.
Märchen
ist das, was Kriminelle und Politiker gerne erzählen, was unsere Großeltern aber viel spannender erzählen konnten.
Narrativ
ist die Art, wie man erzählt, und das, was man erzählt, wenn man es anderswo geklaut hat.
Originell
ist meist eher das, was nicht originell sein will.
Poesie
ist das, was gefällt, wenn man in seine Bilder eintaucht.
Qualität
hat ein Text, wenn das Lesen keine Qual ist und er etwas zu sagen hat, ohne dass er das betonen müsste.
Reim
ist das, was früher große Dichter gemacht haben und heute meist Möchtegern-Dichter machen, woraufhin sich der Leser seinen Reim darauf macht und lieber andere Texte liest.
Sprache
ist das, was heutzutage selbst Schriftsteller oft nicht beherrschen, weswegen die Qualität ihrer Texte mitunter eher zur Qual wird. Text
ist das, was Autoren schreiben, die bestenfalls Poeten und
schlechtestenfalls Analphabeten sind, weswegen man am besten nur Texte liest, deren Verfasser keine Toren sind.
Utopie
ist das, was sich viele wünschen, wenn sie einen Text lesen in der Hoffnung, er möge sprachlich und inhaltlich hervorragend sein.
Verfasser
ist der, der einen Text verfasst hat, egal ob sein Werk literarisch, journalistisch oder einfach nur alltäglich ist.
Werk
ist eine Fabrik ebenso wie das, was ein Künstler geschaffen hat, wobei der Wert des künstlerischen Werks im Gegensatz zur Fabrik meist umso größer ist, je weniger Wert der Urheber auf finanziellen Gewinn gelegt hat. Xavier
ist ein Vorname, dessen berüchtigtster Träger namens Naidoo Liedtexte schreibt und Deutschland damit beim European Song Contest (ESC) vertreten soll, obwohl er die Auffassung vertritt, das Deutsche Reich existiere weiterhin und Deutschland sei eine US-Kolonie, womit sein Auftritt vielen unvertretbar erscheint.
Yeats
war nicht nur einer, sondern gleich mehrere bedeutende Autoren, die alle ire waren, aber nicht irre, obwohl William sogar den Literaturnobelpreis erhielt.
Ziel
ist, dass Lesen Spaß macht und bildet, was leider aber nur selten gelingt.

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