T wie TTIP: Kleines Lexikon der Wirtschaft von A bis Z

22 Nov

Angesichts der Geheimverhandlungen über Freihandelsabkommen wie CETA und TTIP hoffen viele auf neue Arbeitsplätze: Damit alle verstehen, was an der Börse und in den Vorstandsetagen so abgeht, habe ich ein Kleines Lexikon der Wirtschaft von A bis Z zusammengestellt. Diese List erhebt keinen Anspruch auf volle Beständigkeit.
Aktie
ist das, was der Spekulant notfalls kauft, wenn es nichts Besseres gibt, um Gewinne einzustreichen. Börse
heißt das Portemonnaie in der Tasche der Armen ebenso wie das Kasino für Reiche. China
ist der größte Markt, den man noch erschließen kann, wenn die Chinesen nicht vorher hierher kommen. Darlehen
ist das was, was die Bank Armen und Staaten gewährt, damit sie es in die Wirtschaft investieren und zusätzlich noch hohe Zinsen dafür zahlen. Einkommen
ist das, womit der Arme angibt und was der Reiche verschleiert. Freihandelsabkommen
ist das, was die Großkonzerne brauchen, um möglichst frei handeln und dabei vom Vorrang der Demokratie abkommen zu können. Geld
ist das, was Arme in der Tasche und Reiche in den Büchern haben. Honorar
ist das, was umso weniger mit der ursprünglichen Bedeutung es lateinischen Worts zu tun hat, je höher es ausfällt. Investition
ist das, was man ausgibt, um es bald in wesentlich größerem Umfang wieder zurückzubekommen. Jagd
ist das, was manche auf Wild machen und manche auf Geld, aber fast alle auf ihren eigenen Vorteil. Kapital
ist ein Buch von Karl Marx, das, was es beschreibt, und die Kategorie des Fehlers, den alle machen, die seinen Einfluss unwidersprochen hinnehmen. Leerverkäufe
sind das, was es eigentlich gar nicht geben kann, was es in der Wirtschaft aber trotzdem gibt, weil man dort auch verkaufen kann, was man gar nicht hat. Monopol
ist das, was der Manipulation Tür und Tor öffnet, weshalb es offiziell nicht gern gesehen ist, unter der Hand aber trotzdem blüht und gedeiht. Natur
ist das, was man meist kostenlos kriegt, um es zum eigenen Vorteil auszuplündern und kaputtzumachen. Obsoleszenz
ist der Weg, wie man waren anfertigen muss, um immer wieder neue zu verkaufen, weil die alten schon bald brav kaputtgehen. Pleite
ist das, was man machen muss, wenn man anders nicht mehr reich werden kann. Quartal
ist das, was neue Zahlen bringt, weshalb manche in der Wirtschaft angesichts schlechter Quartalszahlen zu Quartalssäufern werden. Reichtum
ist immer relativ, aber selten genug ausreichend.
Spende
ist das, was man großzügig gewährt, damit das Image nicht im Arsch ist und man irgendwann davon profitiert. TTIP
sind die vier Buchstaben, die insgeheim dafür sorgen sollen, dass die Politik der Wirtschaft bald am Arsch vorbeigeht. unternehmen
ist das, was man betreibt, wenn man selbst arbeiten möchte und nicht nur sein Geld für sich arbeiten lassen will. Vermögen
ist eine Fähigkeit und das, was man nicht unbedingt aufgrund eigener Fähigkeiten besitzt. Wirtschaft
ist nicht nur die Kneipe an der Ecke, sondern auch alles, was geschieht, damit die Leute das Geld haben, das sie dort ausgeben. XXL
ist die Abkürzung, die für alles Große steht, weswegen die meisten in der Wirtschaft sie lieben. Youtube
ist eine kostenlose Werbeplattform für Videos, die man am besten als Produktion von Dilettanten tarnt. Zinsen
sind das, was das Geld vermehrt wie die Karnickel, ohne dass derjenige etwas dafür tun muss, der sie einstreicht.

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