Advent, Advent, Postbote rennt: Betteln um Spenden mit tränentriefendem Mitleid

11 Dez

Der Briefkasten quillt über vor lauter Werbebriefen. Jeder, dem ich in den vergangenen Jahren mal 50 Euro gespendet habe, will mehr. Außerdem melden sich viele, die noch nie einen einzigen Euro von mir bekommen haben.
Die Adventszeit ist die Zeit der Bettelbriefe. Auch wenn sie nach christlicher Auffassung eine Zeit der Freude sein soll, mehren sich nun die tränentriefenden Aufforderungen zu tätigem Mitleid. Mitleid muss man wohl haben mit den armen Aquisiteuren von Spenden, die allüberall auf genau diese Zeit warten, um die vorweihnachtliche Stimmung der Gläubigen gnadenlos auszunutzen.
Was ich mal gespendet habe, davon haben manche Organisationen inzwischen einen großen Teil wieder in Bettelbriefe an mich verplempert. Zwar beteuern die meisten Bettler, die Spenden gingen an Bedürftige; aber mitunter scheinen sie selbst diese Bedürftigen zu sein, die unbedingt der vorweihnachtlichen Briefflut bedürfen, um ihre Bedürfnisse von gutgläubigen Christenmenschen erfüllt zu bekommen.
Das Wort „Advent“ steht für „Ankunft“. Allerdings fragt sich, ob damit die Ankunft von kiloweise Papier in bundesdeutschen Briefkästen, die Ankunft von Tausenden trändendrüsenerpresster Euro oder die Ankuft bei Bedürftigen gemeint ist. Letztere vermute ich am wenigsen hinter dieser adventlichen Attacke auf meinen Geldbeutel.

Wer mir im Advent einen Bettelbrief schickt, der braucht mir gar nicht mehr mit Gefasel von „sozialem Engagement“ oder so zu kommen. Mich nervt diese besinnungslos bedrängende Besinnlichkeit einfach nur.
Vielleicht spende ich ja zu Ostern oder zu Pfingsten. Vielleicht spende ich zu Beginn des Ramadan oder überhaupt dann, wann ich gerade Lust dazu habe. Zu Weihnachten aber will ich bitte in Zukunft von allen gierigen Bettlern verschont bleiben.

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