Frohe Weihnacht: Heute ist Welttag der Korruption

24 Dez

Wussten sie schon: Heute ist der internationale Tag der Korruption. Nach einem jahrhundertealten Brauch bestechen heute alle diejenigen, von denen sie sich im nächsten Jahr etwas Wichtiges erhoffen.
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Große Geschenke schaffen Verbindlichkeiten. Heute schenken alle, was das Zeug hält.
Tagelang sind die meisten vorher durch die Kaufhäuser geirrt, um Geschenke auszusuchen. Man möchte schließlich ja nichts falsch machen und niemanden vergessen, der vielleicht noch wichtig werden könnte.
Mit gefühlsduseliger Musik und heißem Glühwein haben die Händler die potentiellen Käufer bestochen, damit die ihr Geld auf Märkten oder in Supermärkten lassen. So sieht die bestechende Logik der Korruption aus: Ich gebe Dir was, damit Du mir was Gutes tust.
Ursprung dieser bestechenden tradition ist das Alte Testament: In diesem gemeinsamen Erbe der drei großen Weltreligionen wollte Abraham Gott bestechen, ihm weiterzuhelfen. Dafür war er bereit, sogar den eigenen Sohn zu opfern.
Das Quengelnde Gör konnte Gott aber nicht gebrauchen. Ihm reichte ein ordentliches Mittagessen als bestechung durchaus aus.
Seither bestechen Gläubige ihre Götter mit Opfertieren oder mit Kerzen, die sie erst in der Kirche kaufen und dann dort anzünden. Bestechung war wohl die zündendste Idee, die nahezu allen Religionen eine Jahrhunderte währende auskömmliche Zukunft garantierte.
Einmal im Jahr bestechen die Christen nun ihre Verwandten, es ein weiteres Jahr mit ihnen auszuhalten. Dieses Opferfest nennen sie „Weihnachten“. Manchen Verwandten trotz seiner Nörgelei oder Unleidlichkeit zu achten, ist wirklich zum Weinen.
So tropft dann auch manches Tränchen an Weihnachten auf den Gabentisch. Allerdings ist nicht immer klar, ob es der bedrückenden Aussicht auf ein weiteres Jahr mit den lieben Verwandten oder dem ausgegebenen Geld geschuldet ist. Aber das macht letztlich nichts, wenn nur die teuren Gaben ihren wichtigen Zweck erfüllen.
Inzwischen findet fast niemand mehr etwas dabei, dass alle alle bestechen. Die Gaben packt man in hübsches Papier, damit nur der Beschenkte sieht, was er bekommt. Dann hoffen alle, dass ihnen bekommt, was sie bekommen.
In Afrika oder Asien freilich ist das ganz anders. Dort ist Bestechung ein Verbrechen. Schließlich hat das systematische Verschenken kleiner Gaben dort ja ja nicht die jahrhundertealte Tradition wie in Europa oder Amerika.

Eine Antwort zu “Frohe Weihnacht: Heute ist Welttag der Korruption”

  1. thomrosenhagen 24.12.2015 um 10:21 #

    Suuuper…;-)

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