Wir schaffen das: Feuer frei auf Merkel und die Flüchtlinge

17 Feb

„Wir schaffen das“ oder „Yes we can“ sind vielversprechende Slogans zur Ermutigung der eigenen Anhängerschaft. Oft gleichen sie indes einer Schlangenbeschwörung mit ungewissem Ausgang. Denn sowohl Angela Merkel wie auch Barack Obama sitzen in einer gefährlichen Schlangengrube.
„Bei solchen Freunden brauchst Du keine Feinde mehr.“ Das könnte man Merkel angesichts der CDU und vor allem in Anbetracht des ständig stichelnden Horst Seehofer sagen. Die kalkulierte Nervensäge aus Bayern will nämlich unbedingt die Lufthoheit über deutsche Stammtische behalten.
„Wir schaffen das“, sagt er zu seinen Knappen von der CSU. Je knapper der Verstand, desto reichlicher ihr Ruhm in dieser Partei der Populisten, denn dann muss Seehofer kaum Listen oder Intrigen von ihnen befürchten. Gemeinsames Ziel ist, am Stuhl von Merkel zu sägen.
Um die Kanzlerin wird es immer einsamer. Seit Seehofer sie auf offener CSU-Bühne abgekanzelt hat, was er hinterher zwar wieder eingesammelt, aber nie zurückgenommen hat, schwankt die CDU-Vorsitzende von einer Niederlage zur anderen.
„Wir schaffen das“, raunen sich Polen und Österreicher zu und meinen dabei die Isolation der deutschen Kanzlerin. „Wir schaffen die!“
Einiges rechte Gesindel sägt an ihrem Stuhl. Das war ja auch einmal ein Thron, von dem aus sie großmütig über Europa herrschte. Jetzt hingegen ist es ein Schemel mit drei wackligen Beinen, der nicht einmal mehr eine Lehne hat.
Selbst Frankreichs angeblich linke Regierung linkt die angeblich rechte Kanzlerin neuerdings schon. Kontingente für Flüchtlinge verweigern inzwischen fast alle in Europa. Stattdessen sammeln sich Truppenkontingente gegen Merkel.
Längst hat auch die SPD Merkel rechts überholt. Das ist bei dieser überholten Partei, die zwar immer noch die Wörter „sozial“ und „demokratisch“ im Namen führt, aber schon lange nicht mehr ernst nimmt, auch kein Wunder mehr. Mehr und mehr wetteifert ihr Vorsitzender Sigmar Gabriel mit Seehofer um die Gunst der Stammtische.
Auch Boris Palmer von den Grünen ist Merkels Flüchtlingspolitik nicht mehr grün. Mit Forderungen nach einer Begrenzung des Zustroms und bewachten Grenzen bringt Palmer aber vor allem die anderen Grünen auf die Palme.
Was als „nachdenkliche Überlegungen“ beginnt, endet als Hetze angeblich „besorgter Bürger“ und zum Schluss als flammender Rassismus. Wer in dieses xenophobe Horn tutet, der gibt damit letztlich das Feuer frei auf Flüchtlinge.
Der Fluch der Flüchtlinge ist, dass sie vor diesen Biedermännern mit Brandstifter-Parolen und dem niederschmetternden Niederschlag dieses gewissenlos praktizierten Populismus in Form von rassistischem Feuereifer nicht flüchten können. Wohin sollten sie sich wenden angesichts der Zäune, die überall in Europa gegen sie errichtet wurden?
„Wir schaffen das“, denken die Neonazis und reiben sich dabei die Hände. Längst geben sie der Politik in Europa vor, wohin sie sich bewegen soll. Kein Zweifel kann daran sein, dass es immer weiter nach rechts geht.
Die Willkommenskultur haben sie angezündet. Auf die Offenheit für Flüchtlinge haben sie scharf geschossen. Soll man nun saggen „Petry heil“ oder eher „Sieg heil“?
Ein Schaudern durchläuft viele, die von solchen Brandstiftern als „Gutmenschen“ verspottet werden. Doch sie dürfen nicht zaudern. Vielmehr müssen sie gerade jetzt die Ärmel hochkrempeln und anpacken.
Merkel ist in vielen Punkten schon eingeknickt. Viele Ziele musste sie aufgeben, wollte sie ihr Amt nicht aufgeben. Trotz aller Anfeindungen hat sie zwar in Einzelheiten, nicht aber im Großen Ganzen aufgegeben.
Doch Willkommenskultur und Offenheit sind keine Regierungsprogramme, sondern eine Aufgabe der Menschen vor Ort. Sie müssen nun in die Hände spucken und laut erklären: „Wir schaffen das!“

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