Kein Grund zur Sorge: Wir haben Alles im Griff

26 Apr

„Es besteht kein Grund zur Besorgnis. Wir haben Alles im Griff.“
Wenn ich so etwas höre, dann mache ich mir ernsthafte Sorgen. Dann schrillen bei mir alle Alarmglocken.
Beispielsweise war dergleichen Tage nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl zu hören. Das Atomkraftwerk in der Ukraine ist am 26. Mai 1986 in die Luft geflogen. Aber diese Explosion war natürlich „kein Grund zur Besorgnis“.
Auch die Tatsache, dass die sowjetischen Behörden die Katastrophe tagelang geheimgehalten haben, war „kein Grund zur Besorgnis“. Die Behörden wollten die Bevölkerung ja nur vor unbedachten panischen Reaktionen schützen.
In Fukushima hat sich dieses Spiel am 11. März 2011 wiederholt. Auch dort bestand nach Angaben der Behörden „kein Grund zur Besorgnis“.
In Fukushima wie in Tschernobyl ist die Umgebung der havarierten Atommeiler immer noch verstrahlt. Aber auch das ist „kein Grund zur Besorgnis“. Das Eis auf den Polkappen schmilzt. Aber das ist „kein Grund zur Besorgnis“.
Die Klimakatastrophe schreitet voran. Natürlich ist auch das „kein Grund zur Besorgnis“.
Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat im Bier ist natürlich auch kein „Grund zur Besorgnis“. Glyphosat im Blut oder Urin von 98 Prozent der Menschen ist selbstverständlich auch „kein Grund zur Besorgnis“.
Allnächtliche Anschläge auf Flüchtlinge sind ebensowenig „ein Grund zur Besorgnis“ wie ihre mangelnde Aufklärung durch die Polizei. Eingriffe in die Privatsphäre und eine flächendeckende Vorratsspeicherung hingegen sind sehr begründete Notwendigkeit.
Drohende Terroranschläge allerdings sind ein Grund zur Besorgnis. Mit ihnen rechtfertigen die Behörden alle die Maßnahmen, die „kein Grund zur Besorgnis“ sind.

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