Spione haben nahe am Wasser gebaut: Hoch, Wasser marsch!

18 Mai

„Alles ist im Fluss.“ Diesen Spruch kannten schon die alten Griechen. Doch auch bei den Geheimdiensten hat man sich neuerdings seiner entsonnen und erklärt, dass wichtige Akten zumm V-Mann „Corelli“ vom Hochwasser fortgeschwemmt worden seien. Eine mögliche Verstrickung in die Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds ist damit dummerweise nicht mehr aufzuklären.
Was die Deutschen Spione vorgemacht haben, das hat jetzt auch die CIA gelernt: „Versehentlich“ hat sie einen kompromittierenden Folterbericht gelöscht. So was passiert halt mal bei Computerdateien.
Schreddern und Verschwinden Lassen von Akten ist die eine Möglichkeit, unangenehme Tatsachen aus der Welt zu schaffen. Die andere ist der vorzeitige Tod von V-Leuten, die zuviel wussten und vielleicht auspacken könnten. Wichtig ist, dass die Informationsquelle nicht mehr weiter sprudelt.
Früher sagte man, jemand habe „nahe am Wasser gebaut“, wenn er schnell zu weinen anfing. Jetzt hat man den Archivkeller für die Akten nah am Wasser gebaut, um den Verantwortlichen unnötige Tränen zu ersparen.
Ganz langsam erschließt sich nun auch der Unterschied zwischen einem Männnerchor, der Feuerwehr und dem Verfassungsschutz: Der Männerchor löscht den Brand in der Kehle; die Feuerwehr löscht auch andere Brände. Der Inlandsgeheimdienst hingegen löscht Akten über Brandstifter, damit sie weiterhin Feuer legen können.

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