Hoffnung, Hofburg, Hofer: Geh, Wien!

23 Mai

Noch herrscht Hoffnung; aber vielleicht herrscht in Österreich bald Hofer. Wenn Alexander van der Bellen seinen Stimmenanteil nicht durch die Ergebnisse der Briefwahl noch deutlich steigert, dann wird die Hofburg in Wien bald zur Hofer-Burg.
Im ersten Wahlgang lag Norbert Hofer noch deutlich vorn. Doch anstatt den populistischen Präsidentschaftskandidaten der FPÖ knurrend zu verbellen, sprachen sich die etablierten Versager-Parteien nur kleinlaut für van der Bellen aus.
Das Ergebnis gestern war dann auch denkbar knapp. Die Medien beschrieben es fälschlicherweise als „Kopf-an-Kopf-Rennen“, obgleich eigentlich nur ein Kopf an diesem Rennen teilgenommen hat. Hofer hingegen argumentiert eher für den Bauch als mit dem Kopf.
Wenn Hofer in die Hofburg einzieht, könnten Köpfe rollen. Bundeskanzler Christian Kern könnte sein Kerngeschäft aufgeben müssen, die in jahrzehntelangem Filz mächtig verkalkte SPÖ einer Modernisierung und Demokratisierung zu unterziehen.
Wenn Hofer in die Hofburg einzieht, könnte auch die EU, die sich fälschlicherweise als „Europäische Union“ bezeichnet, weiteren Gegenwind kriegen. Überall in Europa sprießen rechtspopulistische Parteien und machen ihr das Leben schwer.
Daran ist die EU freilich selber schuld: Kleinkarierte Kleckerlesregeln bringen die Menschen zu Recht auf die Palme ob der Bürgerferne einer selbstherrlich Unsinn verzapfenden Kommission. Das hastige Einsammeln immer weiterer Mitgliedsstaaten hat diese ohnehin schon aufgeblähte Bürokratie zusätzlich mit einem Blähbauch ausgestattet, den keine gemeinsame Kultur eint.
Neoliberalismus und Lobbyismus regieren in Brüssel. Soziale Gerechtigkeit ist ein Fremdwort in der EU-Politik. Konzerne flüstern der Kommission ein, welche bürgerfeindlichen Regeln sie noch erlassen soll, damit das große Geld noch mehr werden kann.
Zu Rechterzeugt all das Zorn und Wut. Zu Recht ist die EU-Kommission wenig gelitten bis richtig verhasst.
Doch tritt dahinter die Gründungsidee eines Europa ohne Krieg und das Ideal eines freien Reiseverkehrs durch den Schengen-Raum zurück. Europa als solidarische Gemeinschaft für die Menschen wäre wirklich wunderbar.
Doch dieses Ideal haben die Eurokraten gründlich diskreditiert. Diee Chance eines Gegenmodells zu Nationalismus und Faschismus haben sie leider verspielt.
Und so marschieren nun wieder Rechtspopulisten und Faschisten auf den Straßen Europas. Geschichte wiederholt sich, indem sich der Faschismus nun wiederholt, was die EU ihm hätte entreißen können.
Auf dem Heldenplatz in Wien jubelten Österreicher am 15. März 1938 Adolf Hitler zu, der „die Ostmark“ – wie er sein Herkunftsland nannte – „heim ins Reich“ holte. Das Theaterstück „Heldenplatz“ von Thomas Bernhard kommentierten Österreicher 1988, indem sie Exkremente vor dem Burgtheater ablagerten.
Die braune Scheiße stinkt zum Himmel. Was in Österreich derzeit geschieht, bahnt sich auch anderswo in Europa an.
Ungezügelter Fremdenhass macht vielen Mitmenschen die braun angelaufene Gegenwart fremd. Die AfD driftet immer weiter nach rechts und von Sachsen aus immer weiter nach Westen. Packt besser schon mal Eure Warnwesten aus, bevor das braune Pack Eure Rathäuser, Synagogen, Moscheen und Wohnhäuser stürmt!

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