Die AfD-Lügenfresse: Lach and Order

16 Jun

„Law and Order“ lautet auf „Denglisch“ die Devise der „Alternative für Deutschland“ (AfD). „Kriminelle Ausländer“ möchte sie am liebsten sofort abschieben. Angesichts der nicht gerade vorbildlichen Rechtstreue ihres Führungspersonals könnte aus „Law and Order“ aber schon bald „Lach and Order“ werden.
Nach einer Erhebung von Studierenden der Kölner Journalistenschule (KJS) ist die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry derjenige Talkshow-Gast, der am häufigsten Unwahrheiten verbreitet hat. Das Zurückrudern gehört zu ihren täglichen PR-Aktivitäten. Ihre Methode besteht darin, erst einmal eine Forderung oder Behauptung zu artikulieren, die möglichst viel öffentliche Aufmerksamkeit erregt, um sie danach dann wieder als angebliches Missverständnis zu relativieren oder ganz zurückzunehmen.
Ihr Vize Alexander Gauland ist als notorischer Falschparker aufgefallen. Zudem soll der brandenburgische AfD-Landesvorsitzende und Landtagsabgeordnete Polizeibeamte beschimpft haben. Seine heutige Hetze gegen Flüchtlinge steht allerdings in bemerkenswertem Widerspruch zu seinem Handeln als CDU-Politiker in Hessen, wo er unter Walter Wallmann die Aufnahme der ersten Boat-People aus Vietnam gegen zahlreiche Widerstände durchsetzte.
Trotz seiner rassistischen Äußerungen über den „afrikanischen Verbreitungstyp“ stehen die AfD-Oberen weiterhin zu ihrem thüringischen Landesvorsitzdnden Björn Höcke. Wie Gauland kommt auch er aus Hessen, wo die Landesregierung seine Rückkehr in den Landesdienst als Lehrer aber bereits in Frage gestellt hat.
Den baden-Württembergischen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon hingegen halten selbst die Landesvorsitzenden seiner eigenen Partei wegen antisemitischer Äußerungen für untragbar. Deswegen wollen sie – ebenso wie der AfD-Bundesvorstand – den pensionierten Arzt aus der Partei ausschließen.
Sein Stuttgarter Parteifreund Bernd Klingler wurde am Dienstag vom Amtsgericht Stuttgart wegen Untreue verurteilt. Als FDP-Stadtrat habe er in die Kasse der Kommune gegriffen. Gegen dieses Urteil will der AfD-Fraktionsvorsitzende im Stadtparlament der baden-württembergischen Landeshauptstadt allerdings in Berufung gehen.
Als „erfolgreicher Unternehmer“ bezeichnete sich der AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Sachsen-Anhalt trotz der kurz zuvor erfolgten Schließung seiner Firma. Gegen André Poggenburg lagen vier Haftbefehle vor, weil er weder seine Schulden beglich, noch eine Eidesstattliche Versicherung abgab. Bei Befragungen dazu verstrickte er sich in Widersprüche, was seine Karriere in der AfD offenbar aber nicht beeinträchtigte.
Während Pegida in Dresden die Parole „Lügenpresse“ herausschrie, scheint die AfD einige Personen mit Lügenfresse in wichtige Ämter gehievt zu haben. Vielleicht handeln die Rechtspopulisten ja nach dem alten Prinzip, dass der Ganove nach dem Griff in die fremde Tasche laut ruft: „Haltet den Dieb!“

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