Wenn die Chemie stimmt: Bach, Blut und Spiele

6 Aug

Zwischen Thomas Bach und Vladimir Putin stimmt die Chemie. Das ist doch die Hauptsache. Da kann man dann auch darüber hinwegsehen, dass bei den Olympischen Spielen so manches nicht stimmt.
Unter fadenscheinigen Vorwänden betreiben wirtschaftsliberale Kreise in Brasilien die Amtsenthebung der Präsidentin Dilma Rousseff. Der – zumindest früher für den US-Geheimdienst CIA tätige – Vizepräsident Michel Temer hat die Macht übernommen und trimmt das Land nun rechts unnachgiebig auf einen neoliberalen Kurs. Allerdings scheint seine Hoffnung nicht aufzugehen, dass die Olympischen Spiele als Ablenkungsmanöver von diesen undemokratischen Machenschaften fungieren könnten.
Tausende fackelten nicht lange und demonstrierten während des olympischen Fackellaufs gegen Korruption und die undemokratischen Machenschaften Temers. Polizisten begrüßten Urlauber am Flughafen mit einem riesigen Transparent „Willkommen in der Hölle“. Längst heißt die Stadt an der Copa Cabana nicht mehr Rio de Janeiro sondern Rio de Jammero.
Auch Timo Boll hat´ne Fahne. Damit lief er ins Maracanã-Stadion ein. Der Tischtennis-Star wirkte bei der Eröffnungsfeier wie gedopt.
Selbst am Eröffnungstag steht noch nicht fest, welche russischen Sportler bei den Wettkämpfen antreten dürfen. Nach dem WADA-Report über systematisches – staatlich gesteuertes – Doping in Russland hat Bach dafür gesorgt, dass die Konsequenzen dieser Vorlage dermaßen zusammenschrumpften, dass man sie kaum bemerkt. Dafür ging die „Olympische Idee“ endgültig über´n Bach.
Aber diese „Olympische Idee“ war wohl auch eher eine Fixer-Idee: Fix warfen fast alle Pillen ein oder gaben sich die Nadel, damit sich Leistung wirklich lohnt. Gewonnen hat, wer seine Methoden der Leistungssteigerung am besten vertuscht.
Das olympische Motto „Höher, schneller, weiter“ kämpft gegen die Nachweisgrenze. Die vielgepriesene „Jugend der Welt“ schielt eher auf „die Tugend vom Geld“ als auf die Tugend der Ehrlichkeit.
Olympische Spiele ohne Doping wären wie Rennautos ohne Motor: Bergab geht´s noch voran; aber bergauf wird´s schwierig. Ungedopt läuft ja selbst in vielen Büros nichts, weil dann nicht einmal die Kaffeemaschine liefe.

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