Geheimdienste und Polizei: Hackerangriff führt zu Festnahme

14 Dez

Im Frühstückstisch nahmen Snyders und Tom mit Köhler an einem Tisch Platz. Die Polizeibeamtin frühstückte an einem anderen Tisch direkt am Eingang. Die anderen beiden Beamten sah Tom nirgendwo.
„Wo sind Ihre Kollegen?“, fragte Tom. Köhler grinste: „Draußen!“
Die Nacht war wunderbar wild gewesen. Zärlich und leidenschaftlich war diese Frau, die ihn verraten hatte und der er doch so gerne trauen wollte.
An diesem Morgen trug sie unauffällige Jeans und ein Shirt. Mit wachen blauen Augen blickte die Frau mit den langen blonden haaren im Raumumher.
„Dieser Mann da hinten gefällt mir nicht“, satgte sie zu Köler. „Der mit dem blau-grau-gemusterten Hemd!“
Köhler drehte sich ein wenig zur Seite, um den Hotelgast zu betrachten. Dann nickte er seiner Kollegin zu, die seine Bewegung bemerkt hatte.
„Sollen wir ihn überprüfen?“, fragte er Snyders. „Wir könnten das ganz unauffällig erledigen, indem wir die hiesigen Kollegen um eine Personenkontrolle bitten.“
Snyders nickte: „Das hört sich gut an. Wahrscheinlich werden Sie aber eine falsche Identität feststellen. Ich vermute, der Mann ist von der NSA.“
Köhler sah sie erstaunt an: „Woran machen Sie Ihre Vermutung fest? Haben Sie besondere Hinweise?“
Snyders raunte ihm zu: „Er schaut immer zu uns herüber.“ Tom lachte: „Das würde ich aber auch tun angesichts Deiner Schönheit.“
Snyders knuffte ihn zärtlich in die Seite: „NSA-Agenten erkennen NSA-Agenten auf zehn Meilen gegen den Wind.“ Köhler nickte: „Polizisten erkennen Polizisten auf zehn Meilen gegen den Wind.“
Snyders ergänzte: „Außerdem hat der gestern noch unbedingt ein Zimmer haben müssen und war bereit dafür den doppelten Preis zu zahlen. Das hat mir die Frau am Frühstücksbüffett zugetragen.“
Auf ein Zeichen von Köhler hin erhoben sich tom und seine Geliebte. Gemeinsam gingen sie zum Flur, wo sich ihre Zimmer befanden. Schnell packten alle ihre Sachen und gingen zur Rezeption.
Tom bezahlte alles mit Scheckkarte. Aus den Augenwinkeln sah er, wie der blau-graue Gast an der Ezeption auftauchte und es sehr eilig hatte beim Auschecken. Der Mann sprach Englisch mit breitem amerikanischem Akzent.
Am Auto wartete Köhlers Kollege. Er saß bereits am Steuer, sodass Köhler auf dem Beifahrersitz Platz nahm. Snyders und Tom machten es sich wieder auf der Rückbank miteinander gemütlich.
Über sein KC1 nahm Köhler Kontakt mit Müller-Felsrodt auf. Er bat ihn, die örtliche Polizei um die Überprüfung des Amerikaners zu ersuchen, dessen Kennzeichen die Polizeibeamtin abbgelesen und ihm per SMS übermittelt hatte. Müller-Felsrodt sagte das zu.
Über Landstraßen fuhr die schwere gepanzerte Limousine weiter in Richtung Nordosten. Das zivile Polizeiauto aus Marburg war immer dicht dahinter. Mit größerem Abstand folgte diesen beiden Fahrzeugen ein roter Mietwagen mit Kasseler Kennzeichen.
Snyders dirigierte die Fahrt auf Umwegen weiter nach Nordosten. Sie nannte den Namen eines kleinen Dorfs, wo die örtliche Polizei den Verfolger aufhalten und überprüfen solle. Köhler übermittelte die Angaben an Müller-Felsrodt.
Eine gute Viertelstunde später fuhren zwei Autos durch das Dorf hindurch. Am Ortsende stand ein Polizeiwagen. Die Beamten ließen die gepanzerte Limousine vorbeifahren und stoppten dann den direkt dahinterfahrenden wagen.
Nun war das rote Auto aus Kassel gleich hinter der Limousine. „Verdammt“, schimpfte Köhler. „Diese Trottel!“
Snyders widersprach: „Das war Absicht. Irgendjemand hier in der Polizei hat unsere Aktion gezielt sabotiert.“
Köhlers KC1 kannte auch den Namen des Saboteurs. Köhler übermittelte ihn an Müller-Felsrodt.
Toms KC2 kannte sogar den Namen des Verfolgers von der NSA: „Jeremy Dasini von der CIA“, erklärte das Gerät. „38 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, lebt derzeit in Kassel und hat den Auftrag, Snyders zu beschatten.“ Snyders seufzte: „Immerhin ist er allein.“ Sie zögerte: „Noch!“
Köhler ergänzte: „Und er hat offenbar Gewährsleute in der Polizei hier. Immerhin sind unsere Marburger Kollegen wieder hinter uns, wenn auch mit etwa drei Kilometern Abstand.“
Tom schlug eine Kaffeepause in einem nahgelegenen Ort vor, wo es eine Bäckerei mit angeschlossenem Café gab. Ein Kaffee würde ihm guttun und den Marburger Polizisten Gelegenheit geben, aufzuschließen.
„Wir können diesen sauberen Mister Dalini dann ja selber kontrollieren“, meinte Köhler. „Offenbar ist er ja schon gewarnt worden vor uns.“
Der gepanzerte Wagen hielt vor der Bäckerei an. Drei der vier Insassen stiegen aus. Der Fahrer blieb im Auto sitzen.
Die drei setzten sich in dem kleinen Café direkt hinter die Scheibe, die ihnen den Ausblick zur Straße bot. Der rote Wagen hielt unmittelbar vor dem Haus an und Dalini stieg aus.
Er zögerte, bevor er das Café betrat. Vorher warf er einen prüfenden blick auf die wartende Limousine mit dem Mann am Steuer, der ein Handy an den Mund hielt.
Dalini trat ins Café und setzte sich in eine Ecke, nachdem er „Einen Kaffee“ bestellt hatte. Ihm musste nun klar sein, dass Köhler Kriminalbeamter aus Marburg war. Fraglich war nur, ob er eine Ahnunghatte, wohin die Reise von Snyders und Tom gehen sollte.
Als der Zivilwagen aus Marburg vor dem Café anhielt, zog Köhler seine Pistole. Kurz darauf betraten seine Kollegen das Café. Sie gingen direkt auf Dalini zu.
Die Beamtin zeigte dem Geheimagenten ihren Dienstausweis: „Ausweiskontrolle! Dürfen wir bitte mal Ihre Papiere sehen?“
Die Verkäuferin an der Theke sowie die vier anderen Gäste sahen erstaunt zu dem Mann hin. Gelassen zog er seine Brieftasche heraus und zeigte der Beamtin seinen Pass.
„Jason Gremsmith“, las sie laut vor. „Das ist nicht Ihr richtiger Name, Mister Dalini.“
Dalini wurde käsebleich. Das hatte er offenbar nicht erwartet. „These are official US-Documents“, sagte er.
„These are wrong Documents“, antwortete die Beamtin. „Wegen Verdachts der Urkundenfälschung nehme ich sie vorläufig fest, Herr Dalini.“
Draußen vor der Tür hielt ein Streifenwagen an. Zwei Uniformierte stürmten in das Café.

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