Gefährliche Polizisten: Hackerangriff löst alle Probleme

15 Dez

„Sergej Müller (AfD-Kreisvorstand) und Michael Kosinski (Reichsbürger)“, sagte Toms KC2. Was dann geschah, das verfolgten alle Anwesenden mit ungläubigem Staunen. Selbst Tom war überrascht davon, wie seine Erfindung die Situation meisterte.
Die beiden Uniformierten betraten die Bäckerei. Kosinski hielt seine gezogene Dienstwaffe in der rechten Hand. Köhler hob seine Dienstwaffe und richtete sie auf Kosinski.
Kosinski hingegen wandte sich zur anderen Seite. Mit seiner Pistole bedrohte er die Kriminalkommisarin Julia Reilstein.
„Lassen Sie sofort die Waffe fallen!“, rief Köhler. „Anderenfalls werde ich schießen, da sie eine polizeibeamtin bei der Ausübung ihres Diensts gewaltsam bedrohen, Herr Kosinski!“
An Toms KC2 öffnete sich eine kleine Klappe. Zwei kleine kugelförmige Geräte erhoben sich leise säuselnd in die Luft.
Gleichzeitig nahm die Schaufensterscheibe eine undurchdringliche weiße Farbe an. Auf ihr erschien plötzlich Bundesinnenminister Thomas de Maiziere.
„Sie sind mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert, Herr Müller und Herr Kosinski“, sagte er in scharfem Ton. „Lassen Sie ihre Waffen fallen!“
Verwirrt drehte sich Kosinski um und starrte die Glasscheibe an, auf der de Maiziere seine Forderung wiederholte: „Lassen Sie sofort die Waffe fallen!“ Seinen Blick wandte er Kosinski zu, als befände er sich in der Bäckerei und könnte ihn sehen.
„Sie sind verhaftet“, erklärte Köhler den beiden Beamten. „Tatvorwurf ist Strafvereitelung im Amt, Bedrohung und Nötigung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.“
Langsam legte Müller seine Dienstwaffe auf den Tisch vor Köhler. Kosinski tat es ihm nach.
Oberkommissar Dieter Gimmig legte Kosinski Handschellen an, während Reilstein das Gleiche mit Dasini tat. Anschließend nahm sie auch Müller fest, der ihr folgsam die Hände hinhielt.
„It´s true“, sagte Dasini fast anerkennend. „These Germans have a very powerful Wunderwaffe. All our Computers are totally destroyed.“
In den Verkaufsraum kam Leben. Tom bestellte noch einen Kaffee, während de Maiziere auf der Leinwand sich verabschiedete: „Zwei Hubschrauber der GSG9 sind unterwegs.“
Tom dankte dem Minister. Gemocht hatte er ihn zwar noch nie; doch in diser Situation hatte de Maiziere die Handlungsanweisung seines KC1 genau befolgt und ihm damit möglicherweise das Leben gerettet.
„Danke, Herr Köhler“, sagte Tom aus voller Überzeugung. „Danke, Frau Reilstein und Herr Gimmig! Sie haben Mut und Loyalität bewiesen.“
Köhler wehrte ab: „Wir haben nur unseren Auftrag erfüllt. Außerdem habe ich meine Lieblingskollegin geschützt.“
Reilstein wurde rot. „Im Gegensatz zu diesen sauberen Herrschaften hier sind wir halt professionelle Polizisten“, sagte Gimmig und blickte ein wenig ärgerlich auf Kosinski.
Kosinski, Müller und Dalini bewegten sich nicht. Keiner von ihnen verzog die Miene oder sprach auch nur ein einziges Wort.
„Dalini, Kosinski und Müller sind stillgelegt“, meldete Toms KC2. „Bewegung erst nach Eintreffen loyaler Polizeikräfte oder auf erneute Anweisung hin möglich.“ Anerkennend pfiff Köhler durch die Zähne, als er das hörte.
„Ihnen“, wandte Tom sich an die anderen Anwesenden, „empfehle ich, mit niemandem über das zu sprechen, was Sie hier heute erlebt haben. Wenn Sie diesen Rat nicht befolgen, könnte Sie das in große Gefahr bringen.“
An den Gesichtern der Gäste und der Verkäuferin konnte er ablesen, dass sie seinen Rat befolgen würden. Zumindest die nächsten Tage und Wochen würde die Angst sie davor behüten, das Erlebte überall weiterzuerzählen.
„Wir müssen weiter“, sagte er zu Köhler. „Nachdem die drei Delinquenten außer Gefecht gesetzt sind, reicht es, wenn Gimmig mit ihnen hier auf das Eintreffen der GSG9 wartet.“
Köhler zuckte mit den Achseln. „Nachdem Ihre Technik Sie so wirksam schützt, können wir das wohl riskieren“, bemerkte er. Dann leerte er seine Kaffeetasse und stand auf.

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