Unter Polizeischutz: Hackerangriff hat sich herumgesprochen

19 Dez

Vor der Autobahnraststätte stand ein silberner Mercedes mit „SU“-Kennzeichen. Köhler stoppte den gepanzerten Wagen direkt dahinter. Zwei Männer bauten sich zwischen der Treppe zum Restaurant und der Limousine auf.
„Die Kollegen der GSG9 sind immer schon vorher da“, bemerkte Köhler halblaut. „Drinnen sind auch schon zwei.“
Schätzle war aus seinem Wagen ausgestigen und ging nun hinein ins Restaurant. Snyders,Tom, Köhler und sein Marburger Kollege folgten ihm.
Es war eine typische Autobahnraststätte ohne besonderen Charme. Köhler steuerte auf einen freien Tisch zu und nahm Platz. Die anderen drei setzten sich zu ihm.
„Selbstbedienung“, sagte Snyders und stand auf. „Bedienung“, erwiderte Schätzle, der an ihren Tisch getreten war. „Meine Männer bringen Ihnen Ihr Essen an den Tisch.“
Ehe Tom noch nachfragen konnte, schlug sein KC2 ihm schon ein Menü vor. Auch für die drei anderen hielt das Gerät Vorschläge bereit, denen sie alle zustimmten. Mit offenem Mund starrte Schätzle auf das kleine Gerät in Toms Hand. „Das ist also die Wunderwaffe“, sagte er erstaunt. „So klein!“
Köhler nickte. „Was wir damit schon alles erlebt haben, glaubt mir kein Mensch“, meinte er. Dann zog er es jedoch vor, lieber zu schweigen.
„Diese Bäckerei da in … „, Schätzle fand den Ortsnamen nicht, „in diesem Kaff da irgendwo, da müssen zwei zweifelhafte Kollegen wohl so etwas Ähnliches wie einen Taser-Schock abgekriegt haben von dem Gerät. Was die Leute in der Bäckerei hinterher zu Protokoll gegeben haben, hört sich an wie Science Fiction.“
Köhler grinste schweigend. „Minister de Maiziere persönlich hat mir versichert, dass fast alles wahr war“, fuhr Schätzle fort. „Die örtlichen Kollegen haben wir aber nur so weit aufgeklärt, wie es unbedingt nötig war.“
Ein Beamter balancierte zwei Tabletts heran. Er reichte sie Snyders und Tom. Direkt dahinter kam ein Kollege mit dem Essen für Köhler und seinen Kollegen.
„Danke“, sagte Tom zu Schätzle. „Das ist ja Service.“ Schätzle lächelte und ging zur Theke, um sich sein eigenes Essen zu holen.
Nach einer guten Dreiviertelstunde brachen alle wieder auf. Vor der Tür stand ein Mann mit einer Videokamera. Mit einem langen Schwenk filmte er, wie Snyders, Tom und Köhler zu der gepanzerten Limousine gingen.
„Elmar Weidenberg, Villingen-Schwenningen“, sagte Toms KC2. Währenddessen waren zwei Zivilpolizisten zwischen den Mann und die Marburger getreten, wodurch sie die Sicht auf Tom versperrten. Sie forderten ihn auf, das Filmen zu unterlassen.
„Facebook-Konto von Weidenberg für drei Stunden blockiert“, meldete das KC2. „Bis dahin sind wir schon fast daheim“, kommentierte Köhler die Meldung trocken.
Sie brauchten sogar nur zweidreiviertelstunden, bis sie vor Toms Haus anhielten. Auf der gegenüberliegenden straßenseite parkte ein BMW mit Kennzeichen „SU“.
Köhler stieg aus und geleitete Tom bis zur Haustür. Dort vverabschiedete er sich mit Handschlag.
„Ich muss jetzt ordentlich Überstunden abfeiern“, sagte er. „Wir werden uns aber wiedersehen. Wann, weiß ich allerdings nicht.“
Tom hielt Köhlers Hand fest: „Danke! Ich würde mich freuen, wieder mit Ihnen zu tun zu haben.“
Köhler nickte zustimmend: „Ich auch! Noch nie habe ich einen so interessanten Auftrag gehabt. Noch nie habe ich so viel Verantwortung übertragen bekommen.“
Nun ergriff Snyders Köhlers Hand. „Und sehr gut ausgefüllt“, kommentierte sie. „Danke!“ Tom schloss die Haustür auf. Schätzle stand direkt neben ihm.
„Wenn es Ihnen recht ist, schauen wir zur Sicherheit noch einmal kurz in Ihre Wohnung, bevor wir unsere Beobachtungsposten beziehen“, sagte er. Dann folgten er und ein weiterer Beamter in Zivil Snyders und Tom in die Wohnung.
In allen Zimmern schauten sich beide gründlich um. Dann verabschiedete Schätzle sich: „Wir sind in der Nähe.“
Tom ging mit seiner Geliebten in die Küche. „Endlich allein“, seufzte er und griff sich eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank. „Was magst Du trinken?“
Sie sah ihm über die Schulter. „Weißwein wäre fein“, sagte sie. Tom nahm die Flasche aus der Kühlschranktür und kramte aus der Schublade den Flaschenzieher hervor. Er setzte sich an seinen Küchentisch. Snyders setzte sich auf seinen Schoß.
„Immer unter Beobachtung stehen ist nicht gerade das, was ich mir vorgestellt habe“, seufzte Tom. „Auf die Dauer wird das ganz schön anstrengend.“
Snyders küsste ihn. „Damit wirst Du Dich wohl abfinden müssen“, sagte sie. „Du gehörst jetzt zu den zehn bestbewachten Menschen der Welt.“
Tom stöhnte. Snyders küsste ihn erneut und begann, sein Hemd aufzuknöpfen. Während er einen großen Schluck aus der Pulle nahm, tasteten sich ihre Finger weiter nach unten.

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