Minister macht Murks: Hackerangriff auf KC1 hat Folgen

22 Dez

„KC1 Thomas de Maiziere wegen unberechtigter Nutzung gesperrt!“ Diese Nachricht schreckte Tom am Nachmittag auf. „Kleinfeld, Wiesner und Schmidt vom BMI versuchen, Gerät zu explorieren.“
Tom quittierte den Vorschlag seines KC2 mit Zustimmung. Daraufhin erschien auf dem Gerät des Ministers die Warnung: „Händigen Sie das Gerät innerhalb von fünf Minuten seinem Nutzer Thomas de Maiziere aus; anderenfalls werden Sie empfindliche Konsequenzen zu tragen haben!“
Nach Feststellung des gesperrten Geräts hatte der Innenminister selbst seinen KC1 den drei Experten ausgehändigt, damit sie es untersuchen konnten. Angesichts der Ereignisse in der Bäckerei nahm er es nun kreidebleich wieder an sich.
„Herr de Maiziere, mit meiner Entwicklung ist nicht zu spaßen“, warnte Tom den Minister. Angela Merkel schaltete sich ein: „Alle Nutzer dieser neuartigen Technik müssen sich strikt an die vorgegebenen Regeln halten, um deren Einsatz und die dadurch erzielbare Wirkung nicht zu gefährden.“
Der Innenminister wirkte kleinlaut. Offenbar hatte er in einem Anflug von Neugier, Übermut oder Größenwahn den Einflüsterungen seiner Entourage nachgegeben, die das Gerät unbedingt untersuchen wollte.
Zur Abschreckung wurde Kevin Kleinfeld vom KC1 eine halbe Stunde lang „neutralisiert“. Er war der wesentliche Motor des Angriffs auf Toms Erfindung gewesen. 30 Minuten lang konnte er sich wegen der vom KC1 ausgelösten Schockstarre nicht bewegen.
Mit offenem Mund starrten die beiden anderen sowie weitere Mitarbeiter des Ministeriums ihren Kollegen an. „Das ist Teufelszeug“, sagte Wiesner und verkroch sich ängstlich in sein Büro.
„Lassen Sie mal gut sein“, sagte Merkel zu Tom. „Das wird gewiss nicht wieder vorkommen.“
Tom insistierte auf die konsequente Ausführung des Abschreckungsprogramms: „Das wird nur dann nicht wieder vorkommen, wenn mögliche Täter gewarnt sind, dass ein Angriff auf diese Technik für sie üble Folgen hat. Jeder Versuch, den KC1 zu öffnen oder seine Programme zu analysieren, ist ein Angriff auf die Sicherheit des Systems.“
Den letzten satz verteilte Toms KC2 umgehend an alle Nutzer eines KC1. Dazu überspielte er allen ein Video, das Kleinfelds „Bestrafung“ dokumentierte.
„Du bist aber auch ein Sadist“, meldete sich Triftler grinsend zu Wort. „Dieser Kleingeist Kleinfeld hat eben geglaubt, er wäre klüger als wir“, erwiderte Tom achselzuckend. „Das haben wir nun aber deutlich widerlegt.“
Sein KC2 schlug vor, jede unberechtigte Nutzung künftig mit einer Warnung und bei deren Nichtbeachtung nach drei Minuten mit dem Auslösen der Schockstarre zu ahnden. Tom akzeptierte diesen Vorschlag.
Er war wütend. So überlegte er, wie er de Maiziere und seinen Leuten klar machen konnte, dass sie sich gefälligst bedingungslos an die Spielregeln halten mussten.
Jemand klopfte an Toms Tür. Snyders trat ein und blieb stehen. Sie sah sofort, dass Tom irgendwie wütend war. „Was ist?“ Ihre Frage gab ihm gelegenheit, seinem Ärger Luft zu machen.
„Thomas de Maiziere hält sich nicht an die Regeln“, sagte er. „Das hat er noch nie wirklich getan“, antwortete sie. „Er glaubt, er sei der Herrscher über das Gesetz.“
Tom stimmte ihr zu. „Onbwohl er als Innenminister eigentlich für den Schutz der Verfassung zuständig ist, hält er sich ebensowenig ans Grundgesetz wie der sogenannte Verfassungsschutz“, stellte er fest. „Die Härte des Gesetzes ist für ihn immer eine Umschreibung für die Ausnutzung der eigenen Machtfülle.“
Snyders nickte. „Wahrscheinlich sind es Ohnmachtsängste, die bei ihm diesen Machtwahn auslösen“, vermutete sie. „Jedenfalls macht er auf Rambo und Cowboy nach dem Motto: Erst schießen, dann fragen.“
Tom lachte. „Du magst de Maiziere offenbar genausowenig wie ich“, stellte er erfreut fest. Sie nickte.
„So jemandem darf man so ein Gerät eigentlich nicht anvertrauen“, meinte Snyders. „Er wird immer wieder versuchen, es zu missbrauchen.“
Tom grinste breit: „Nach der Lektion vorhin wird er das so bald nicht wieder tun.“ Snyders riet: „Hast Du ihn einfrieren lassen?“
Tom lachte bei dem Gedanken an einen eingefrorenen Minister de Maiziere, bevor er antwortete: „Nicht ihn, sondern seine Schergen! Drei Leute vom BMI haben versucht, das Gerät zu öffnen. Einer blieb daraufhin eine halbe Stunde lang in Schockstarre.“
Auch Snyders lachte nun. Dann wurde sie ernst: „Du musst aufpassen, dass Du Deine Technik schützt, ohne dabei überzureagieren!“

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