Im Interview: Hackerangriff auf KC3 wäre eine große Gefahr

2 Jan

Das große Ereignis warf seine Schatten voraus. Chefredakteur Christoph Linne hatte es sich nicht nehmen lassen, für ein Interview in der Oberhessischen Presse (OP) persönlich in Toms Büro zu kommen. Mit einem Fotografen betrat er den Raum und staunte.
„Hier haben Sie die Geräte entwickelt?“ Linne sah sich um. „Hier ist doch fast alles genauso wie in den meisten anderen Büros auch.“
Tom grinste. „Die Technik machen wir natürlich nicht hier“, erklärte er. „Zusammengebaut werden die Geräde anderswo.“
Linne schaute zu Toms Desktop-Rechner. „Ist das da der Supercomputer? Der sieht doch kaum anders aus als mein Rechner.“
Tom zeigte auf den KC3, der vor ihm auf dem Schreibtisch lag: „Das ist er“. Der KC3 ist der leistungsstärkste Rechner weltweit.“
Linne blickte Tom fragend an, woraufhin der ihm das Gerät hinschob. „Der ist kleiner als mein Handy“, sagte Linne zu dem Fotografen, der ihn mit dem Gerät in der Hand fotografierte.
„Wie hoch ist seine Rechenleistung?“ Linnes Frage beantwortete Tom nicht ohne Stolz: „Dieses Gerät hat die doppelte Speicherkapazität aller Rechner, die am 1. November 2016 weltweit existierten.“
Linne entfuhr ein überraschtes „Poh!“ Dann fuhr Tom fort: „In jeder Sekunde kann er eine Datenmenge verarbeiten, die etwa einem Tausendstel seiner Speicherkapazität entspricht.“
Linne hob das Gerät vor sein Gesicht. „Sie sind Christoph Linne“, begrüßte ihn der KC3. „Sie sind Chefredakteur der Oberhessischen Presse. Alle Fragen, die Sie zum Interview stellen wollten, habe ich ihnen soeben nonverbal beantwortet.“
Der Journalist sah sehr irritiert zu Tom herüber. „Die Antworten finden Sie auf Ihrem Handy und Ihrem Dienstrechner unter dem Dateinamen, den Sie für Ihre Fragenliste angelegt hatten.“
Linne zog sein Handy heraus und rief die Datei auf. Verblüfft las er dort die Antworten auf alle technischen Fragen. Darunter waren auch Fragen, die er nicht notiert hatte, sondern die er nur auf dem Weg zum Interview mit dem Fotografen besprochen hatte.
„Was wollen Sie wissen?“ Der KC3 forderte den Journalisten auf, ihm Fragen zu stellen. Jede Frage Linnes beantwortete das Gerät unverzüglich.
„Edward Snowden“, kündigte der KC3 an. Im nächsten Moment erschien der Whistleblower auf der Wand und begrüßte Linne: „Hallo, Christoph!“
Überrascht antwortete Linne: „Hallo, Mister Snowden. I have not expected to talk to You. It´s a great Pleasure to me.“
Snowden erwiderte: „So for me! I ´ll come to Marburg to Toms Antrittsvorlesung. You may annonce this Fact in Your Oberhessische Presse.“
Linne antwortete: „Gern!“ Snowden fuhr fort: „Angela Merkel has invited me to Marburg.“
Während Linne mit Snowden sprach, nahm der Fotograf ein Bild auf, das sowohl Linne mit Toms KC3 in der Hand als auch das Bild von Snowden an der Wand zeigte. „I look forward to see You at Antrittsvorlesung“, beendete Snowden das Gespräch. „Bye bye, Christoph and Tom!“
Das Bild an der Wand verschwand. „Mitschnitt von Gespräch mit Snowden auf Handy von Linne und Redaktionsrechner der OP überspielt“, meldete der KC1.
Linne schaute auf sein Handy. „Snowden-Gespräch“, las er laut vor und öffnete kurz die Datei, die das Gespräch auf Deutsch als Text widergab.
„Dass dieser KC3 derart phänomenal ist, das hätte ich nicht gedacht“, sagte Linne nachdenklich zu Tom. „Das Wort Supercomputer ist viel zu schlapp dafür, dieses Gerät angemessen zu beschreiben.“
Während er Tom das Gerät zurückschob, meldete sich die Stimme von Snyders noch einmal: „Ihr Kollege Kurt Nelles hat drei Fehler in sein Manuskript zum Fall der beiden erschossenen Ärzte eingebaut“, sagte der KC3 zu Linne. „Der Artikel bedarf einer Korrektur.“
Linne zog den KC3 noch einmal zu sich heran. „Welche?“ Auf diese Frage erhielt er die entsprechenden Antworten mit den zugrundeliegenden Fakten.
„Das weiß selbst die Polizei noch nicht“, merkte der KC3 an. „Sie dürfen ihr die korrigierte Datei übermitteln.“
Auf seinem Handy sah Linne die Datei „Mordfall korrigiert“. Nachdenklich reichte er Tom das Gerät zurück. „Ein wenig beängstigend ist das ja schon“, meinte er.
Tom nickte. „Diese Technik darf niemals in falsche Hände gelangen“, antwortete er. „Darum werde ich ja rund um die Uhr bewacht.“
Linne sah ihn an. „Jetzt ist mir klar, warum seit einiger Zeit so viel Polizei in Marburg unterwegs ist“, sagte er. „Dieses Gerät ermöglicht die Weltherrschaft.“
Tom schränkte diese Erklärung ein: „Nicht Herrschaft, sondern Kontrolle! Aber aus Kontrolle kann Herrschaft erwachsen.“
Linne sah auf sein Handy. Er las die Liste der Geräte, deren Nutzer jeweils mit angegeben waren. Sofort fiel ihm der Name Anela Merkel bei den Nutzern der 14 KC2 auf.
„KC1 sind insgesamt 168 Geräte“, sagte er halblaut. „KC2 nur 14 und KC3 nur vier Geräte. Dann gibt es 122 KK1-Kommunikatoren mit eingeschränkten Funktionen.“
Tom nickte. „Manuskript für Artikel als Vorschlag auf Handy abgelegt“, meldete Toms KC3. Tatsächlich öffnete Linne daraufhin eine Datei mit einem ausformulierten Text, der in allen Details absolut seinem eigenen Schreibstil entsprach.

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