Erlasse im Schweinsgalopp: Trump ist der Größte

27 Jan

Donald Trump hält, was er verspricht. Ansonsten aber hält er sich an nichts und ist unhaltbar. Niemand kann ihn halten auf seinem Weg in die Diktatur der Großmannssucht.
„The real Donald Trump“ ist die Wahrheit: Was er sagt, ist wahr. Alle anderen lügen.
Was er für unwahr erklärt, das darf auch kein anderer mehr wahrhaben wollen: Trump führt einen hasserfüllten Krieg gegen „Die Medien“ und ihre angeblichen „Fake News“. Die Wahrheit sind allein seine „alternative Facts“.
Allein Trump bestimmt, was wahr ist und was nicht gesagt werden darf: Die Umweltbehörde muss ab sofort das Maul halten zu Erderwärmung und Klimakatastrophe. Schwule, Lesben und Behinderte existieren seit seinem Amtsantritt nicht mehr im Internetangebot der US-Regierung.
Im Schweinsgalopp prescht Trump voran mit präsidialen Erlassen: Die Mauer zwischen den USA und Mexiko wird gebaut, selbst wenn es das Verhältnis zum südlichen Nachbarn versaut. Finanzieren will Trump sie über Einfuhrzölle von 20 Prozent.
Die Unternehmenssteuern hingegen will er senken und Umweltstandards abbauen. Gleichzeitig versprach Trump Investitionsprogramme, mit denen er Millionen von Jobs schaffen möchte.
Die Börsianer jubeln angesichts der Aussichten auf gute Geschäfte. Der Dow Jones übersprang erstmals die Marke von 20.000 Punkten. Trumps Vizepräsident Mike Pence glaubt an den „Biblischen Kapitalismus“ und hält wirtschaftlichen Erfolg für den gerechten Lohn Gottes, was die Börse nun wiederum mit einer Hausse belohnt.
Kaum ist Trump im Geschäft, da sorgt er auch schon für gute Geschäfte. Sein Kabinett der Militärs und Milliardäre bläst zur Attacke auf liberale Werte. Die einzigen Werte der neuen US-Administration sind die Börsenwerte amerikanischer Unternehmen.
Den Bau von Öl- und Erdgasleitungen hat Trump deshalb genehmigt, obwohl sein Amtsvorgänger Barack Obama diese Projekte wegen heftiger Proteste auf Eis gelegt hatte. Die Umwelt ist seiner Ansicht nach schließlich nur dazu da, „Deals“ damit zu machen und daraus Kapital zu schlagen.
Andere Länder sind auch nur mögliche Opfer von Deals. „Partner“ kann man es nämlich nicht nennen, wie Trump diejenigen behandelt, mit denen er „Deals“ machen will.
Die Bewohner anderer Länder sind für ihn ja auch keine Menschen. Zumindest spricht er ihnen das Recht auf Datenschutz pauschal ab. Das Abkommen „Privacy Shield“ mit der Europäischen Union (EU) ist Trump dabei schnuppe.
Rechte sind für Trump ohnehin nichts, was er respektiert, sofern sie nicht Kumpane seines Neonazi-Chefberaters Stephen Banon sind. Die Rechten in Europa und Israel jubeln ihm zu und sind deshalb seine wahren Freunde.
Die US-Botschaft in Israel will Trump nach Jerusalem verlegen. Das „Heilige Land“ ist der rechte Platz für ihn außer dem Weißen Haus. Siedler sind beinahe Kollegen des Immobilienspekulanten und deshalb garantiert gute Gesinnungsgenossen.
Muslime hingegen sind seine schlimmsten Feinde. Bekennende Anhänger Allahs und Menschen aus islamisch geprägten Ländern sollen nicht mehr in die USA einreisen. Das sind sowieso alle nur Terroristen.
Im Kampf gegen Terror ist auch Folter in Ordnung für Trump. „Waterboarding“ bringt schließlich Geständnisse. Ob die stimmen oder nur aus Angst gestanden wird, was gestanden werden soll, ist doch egal.
Ausländische Geheimgefängnisse der CIA möchte Trump reaktivieren. Das Wegsperren hinter Mauern kennzeichnet sein Weltbild, das von krankhaft übersteigerter Angst und Arroganz geprägt zu sein scheint.
Trump ist der Größte. Darin ist er sich einig mit Vladimir Putin. Auch der hält ihn für den größten Idioten, der ihm je auf den Leim gegangen ist.

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