Seine tägliche Show fesselt Millionen: Danke, Donald!

30 Jan

Eines muss man Donald Trump lassen: Seit seinem Amtsantritt ist Politik total spannend geworden. Jeden Morgen steht man mit der bangen Frage auf: „Was wird dieser Typ heute wieder anstellen?“
Politik ist zu einer unterhaltsamen Show geworden. Derbe geht es da mitunter zu und mit Zoten unterhalb der Gürtellinie; aber die Aufmerksamkeit der Welt ist Trump sicher.
Trump hat ja auch Erfahrungen mit Fernsehshows: Vor seiner Präsidentschaftskandidatur war er so etwas Ähnliches wie der Dieter Bohlen der USA. Allerdings waren seine Sprüche noch deftiger und seine Urteile noch vernichtender als die des hohlen Bohlen.
All das hat Trump dann in die Politik eingebracht. Politik ist für ihn nichts Anderes als eine eitle Personalitiy-Show und ein gigantisches Geschäft. Das Geschäft, das er da macht, ist braun und stinkt.
„America first“, wiederholt Trump immer wieder. Die ganze Welt besteht für ihn nur aus Terroristen, Feinden oder den devoten Dackeln, die ihn anhimmeln oder so tun, als ob.
Schnell mal nebenbei bricht Trump einen Handelskrieg mit Mexiko vom Zaun. Während Deutschland froh ist, die Mauer seit mehr als 25 Jahren los zu sein, will Trump eine neue Mauer bauen und damit die Grenze zu Mexiko sichern. Wird ihm gelingen, woran Walter Ulbricht, Erich Honecker und Egon Krenz gescheitert sind?
Während die Karnevalisten in Mainz voller Vorfreude auf die fünfte Jahreszeit schon ihr obligatorisches „Wolle mer se neilasse?“ üben, müssen Muslime bei Trump draußen bleiben. Nur die ideologisch verblendeten Wahabiten aus Saudi-Arabien dürfen rein. Die sind schließlich ja genauso rückwärtsgewandt wie er selbst.
Die Regierungsparteien in Deutschland lachen sich derweil heimlich ins Fäustchen: Wer redet nun noch von den Flüchtlingen vor Europas Grenzen, die schon lange auf Einlass warten? Wer kritisiert nun noch die NATO als Kriegs-Mafia, wo Trump sie für „obsolet“ erklärt hat?
Trump macht möglich, was zuvor unmöglich schien: Er verändert die Welt innerhalb weniger Tage. Im Eiltempo wirft er Wissenschaft und Vernunft auf den Müll und führt die mittelalterliche Inquisition wieder ein, gegen die die Verhöre eines Joseph McCarthy nahezu blass erscheinen.
Aber Trump ruft damit auch Widerspruch auf den Plan: Seit seiner Wahl zum US-Präsidenten haben Bürgerrechtsorganisationen und Parteien wieder Zulauf. Gewaltige Großdemonstrationen formieren sich und wahre Menschenmassen engagieren sich.
Eigentlich müsste man Trump dankbar sein: Er motiviert Millionen Menschen dazu, sich politisch zu betätigen. Er hat eine Massenbewegung ausgelöst, wie die Welt sie seit Jahren nicht mehr erlebt hat.
Dummerweise hat das alles aber einen grotesk gefährlichen Grund: Trump hat den Code für die Atombombe und kann die Welt jederzeit in Schutt und Asche legen. Sollte ihm das eines morgens mal einfallen, dann sehen wir alle alt aus.

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