Vertane Schanze: Die rote Flora und das Floriansprinzip

9 Jul

Krawallmacher aus aller Welt haben am Wochenende in Hamburg die Schanze genutzt und ihrer Aggression freien Lauf gelassen. Die „Rote Flora“ hat ihrem Namen alle Ehre gemacht und das Floriansprinzip propagiert: „Lieber heilger Florian, verschon mein Viertel, zünd andre an!“
Polizeikräfte aus ganz Deutschland haben draufgehauen und nur dann ihre Kräfte geschont, wenn das Feuer für die Bewohner des Schanzenviertels und damit für ihre Nachbarschaft mit der „Roten Flora“ teuer wurde. Während der Mob in der Straße mit dem schönen Namen „Schulterblatt“ wütete, zeigte sich die Staatsmacht ohnmächtig und verwundbar wie Siegfried der Drachentöter, obwohl um die Ecke ganze Flotten von Wasserwerfern und Panzerwagen parkten.
Das Bundeskriminalamt hat gezeigt, was es von kritischer Berichterstattung hält und missliebigen Journalisten eben mal so ohne Begründung die G20-Akkreditierung entzogen. Der Hamburger Innensenator zeigt, was er von Gerichten hält und ein unerwünschtes Urteil einfach mal so ignoriert.
Die G20 haben gezeigt, dass unter dem Vorsitz von Miss Merkel trotz mancher Misshelligkeiten fast alles geht und Harmonie notfalls auch an den Haaren herbeigezogen wird. Nur einen einzigen Dissenz enthält die Abschlusserklärung, weil das Konferenzklima trotz der Proteste draußen drinnen offenbar so gut war, dass selbst Donald Trump die Professionalität von Angela Merkel lobte.
Nun sind die Oberen der größten 20 abgeflogen und das Schanzenviertel liegt in Trümmern darnieder. Staatstragende Politiker loben die Polizisten trotz der brutalen Angriffe auf friedliche Demonstrierende, Journalisten sowie die Presse- und Versammlungsfreiheit. „Die Polizei, Dein Freund und Helfer“ gilt wohl bald auch bei der Durchsetzung weiterer Einschränkungen von Bürgerrechten.
Einige Linke hingegen zieren sich, sich zu distanzieren von Gewalt. Diesen gewaltigen Irrtum wird die Bewegung damit bezahlen, dass sich künftig kaum einer mehr auf Demos traut, weil der „Schwarze Block“ ja auch dabeisein könnte.
Dabeisein ist Alles für manche angereisten Radaubrüder. Wer ganz nebenbei schnell mal einen Supermarkt ausräumen wollte, der war an diesem Wochenende in Hamburg geldrichtig. Diese fetten Deutschen, die den Griechen nicht mal ihre Armutsrenten gönnen, haben auch nichts Besseres verdient.
Die angeblichen „Linksautonomen“ haben ihre hässliche Fratze gezeigt. Autonom sind sie nur bezüglich ihrer schlechten Einbindbarkeit in sinnstiftende Demonstrationen mit einem klaren demokratischen Ziel. Links sind sie nicht, sondern höchstens link.
Der Polizeistaat hat seine hässliche Fratze gezeigt. Dafür bekam er von den Politikern der ganz großen Überwachungsqualition auch noch Applaus.
Demokratische G20-Gegner haben zwar ihre Chance auf friedliche Proteste genutzt, aber letztlich eine Schanze vertan. Die Demokratie braucht nun eine neue Chance, um aus den in der Schanze verschanzten Gewaltorgien zu lernen, wie friedlicher Protest wirkungsvoll vorankommen kann.

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