Ganz wie daheim: Die G20 genossen die geile Gewalt in Hamburg

11 Jul

Was regt Ihr Euch denn so auf? Was während des G20-Gipfels in Hamburg passiert ist, das hatte die Polizei doch schon voher prognostiziert. Außerdem war doch endlich mal was los im langeweiligen Norddeutschland.
Rezep Tayb Erdogan dürfte sich fast wie zuhause gefühlt haben ob der Fernsehbilder von Panzerwagen und Wasserwerfern sowie Gummiknüppeln der Polizei, die auf Demonstrierende losschlagen. Auch Vladimir Putin dürfte gefallen haben, dass diese Bilder in Hamburg und nicht in Moskau entstanden sind. Gleiches gilt garantiert auch für Xi Jinping.
Donald Trump schließlich könnte sich da die eine oder andere Anregung geholt haben, wie man mit Protesten auf der Straße umgehen kann. Beim Umgang der Behörden mit Journalisten jedenfalls dürfte auch er sich ganz wie daheim gefühlt haben.
Die Aussetzung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit könnte auch Emmanuel Macron an sein Herkunftsland erinnert haben. Dort herrscht schließlich auch schon seit Jahresfrist der Ausnahmezustand, den Hamburg an den Nächten von Donnerstag bis Sonntag erlebt hat.
Theresa May mag sich möglicherweise bestätigt gefühlt haben in ihrer Entscheidung, die Europäische Union zu verlassen. Nach solchen Bildern ist die Brexit-Haltung „Nichts wie raus hier!“ nur allzu verständlich.
Der argentinische Präsident Mauricio Macri hat sich sicherlich gedacht, dass der nächste G20-Gipfel in seinem Land auch nicht schlimmer werden kann. Als Schwellenland braucht Argentinien hier schließlich ein wenig Ermutigung.
Die Autonomen von der Roten Flora konnten endlich mal all ihre Freunde einladen und auf Internationalismus machen. „Die Welt zu Gast bei Freunden“ hat dann möglicherweise auch noch einige Hooligans und Neonazis motiviert, mal – als Linke getarnt – ordentlich die Sau rauszulassen im linksliberalen Schanzenviertel.
Griechische Gipfel-Gegner könnten froh gewesen sein, dass es in den Läden hier genug zu plündern gab. Dass sie dabei ausgerechnet eine Drogerie geleert haben, die auf der Seite der grün-alternativen Bevölkerung für Flüchtlinge eintritt, konnten sie ja nicht ahnen.
Polizisten aus ganz Deutschland und Österreich konnten endlich mal ordentlich draufhauen. Hinterher kriegen sie auch noch eine Linksextremisten-Datei gratis obendrauf. Dass sie dafür auch reichlich Tränengas abgekriegt haben, war leider unvermeidlich, um die Opferstatistik ordentlich nach oben zu drücken.
Journalisten aus aller Welt durften mal erleben, wie man sich in China fühlt. Wer nicht brav das schreibt, was erwünscht ist, dem wird schnell mal die Akkreditierung entzogen.
Merke: Wer Tourismusveranstaltungen plant, tut gut daran, seinen Gästen etwas Besonderes zu bieten. Wichtig ist dabei aber auch, dass sie sich trotzdem wie zuhause fühlen.
Beides dürfte Angela Merkel mit dem G20-Gipfel in Hamburg gut gelungen sin. Nicht umsonst erhielt sie für die professionelle Organisation des Treffens sogar Lob von Donald Trump.

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