Winterschlaf: Männer sind Bären

17 Nov

Männer sind Bären: Sie brummen und brauchen bei zunehmender Kälte einen Winterschlaf. Sie naschen gern und zerdrücken alles mit ihren mächtigen Pranken.
Urs stand auf und setzte seinen Morgentweet ab. Dann checkte er seine Mails. Danach legte er sich wieder ins Bett.
Die Decke zog er bis hinauf zum Kinn. Allmählich versank er in einen süßen Schlaf.
Er träumte von der gut gewachsenen Frau mit den langen blonden Haaren und den kleinen Brüsten. Ab und zu kam sie auch in Wirklichkeit bei ihm vorbei und teilte dieses Bett mit ihm. Nun tat er im Traum genau das Gleiche mit ihr, was sie sonst auch miteinander in diesem Bett taten.
Eine wohlige Wärme machte sich in seinen Knochen breit. Langsam wurde Urs wieder wach. Die Uhr zeigte kurz vor Zwölf.
Er stand auf und begab sich in die Küche. Eine Tasse Kaffee könnte ihm jetzt guttun.
Gutgelaunt setzte er sich an seine Arbeit. Seitdem die Nächte länger und kälter geworden waren, gönnte er sich ab und zu einmal diesen Winterschlaf. Das brauchte er einfach, m sich wohlzufühlen.
Morgen würde er wieder früh aufstehen und ins Büro gehen müssen. Dann würde er seine Müdigkeit überwinden und zeitig unter die Dusche gehen. Heute aber verzichtete er auf all das, was die Zivilisation ihm sonst an Körperpflege, Mundhygiene und Bekleidung abverlangte.
Psychologen würden sein Verhalten vielleicht als „depressiv“ oder „deviant“ abwerten. Doch Urs fühlte sich sehr wohl wohl dabei. Der Müdigkeit nachzugeben und zu tun, was ihm gefiel, das gefiel ihm ausnehmend gut.
Männer sind eben Bären. Die Zuvilisation macht Tanzbären aus ihnen. Die Konventionen ziehen ihnen einen Ring durch die Nase und führen sie vor wie in einer Zirkusarena.

%d Bloggern gefällt das: