Kurz aufgeblitzt und schnell ausgeblitzt: Treckerfahren macht Gernsheimer zur Schnecke

13 Dez

Trecker fahrn wollte ein 63 jähriger Mann in Gernsheim. Weil der Traktor aber nur 6 Kilometer die Stunde schaffte, erreichte er eine höhere Geschwindigkeit mit einer blitzgescheiten Idee: Anstatt die Blitzer im Ort zu umfahren, fuhr er alle gezielt um.
Der Fortschritt ist eine Schnecke. Deswegen hat der Traktorist seinen zukunftsweisenden Plan eben im Schneckentempo ausgeführt: Eile mit Weile!
Nachdem nun alle sechs Radarmessgeräte Gernsheims umgelegt sind, können die Raser wieder im Eiltempo durch den Ort hindurchbrettern. Dort herrscht nun also wieder freie Fahrt für freie Bürger.
Der Name des Groß-Gerauer Ortsteils wird Programm: Raser werden hier gern ´s Heim mit ihrem Motorenlärm aufmischen. Kinder auf dem Schulweg können jetzt wieder das Springen üben.
600.000 Euro hat die umwerfende Aktion die Stadt gekostet. Den Treckerfahrer hingegen hat sie wohl weniger als eine Stunde gekostet.
Während seiner Fahrt war der Mann völlig nüchtern. Systematisch hat er das Dorf von den doofen Kontrollsäulen befreit. Ist das nicht wahrlich uneigennütziger Einsatz für die Freiheit der Autofahrer?
Die Hersteller der Messgeräte geraten vermutlich auch in Verzückung: Geschähe das Gleiche wie in Gernsheim in jedem anderen Dorf auch, dann würden die Firmen gigantische Geschäfte machen. Dem Traktorfahrer zahlen sie gern´s heim mit einem heimlichen Grinsen.
Früher rühmte man mutige Whistleblower; heute ist der Traktorist der wahre Held der Straße. Allerdings wird er wohl bald auch ein Held der Strafe, denn für die 600.000 Euro Schaden wird er wohl aufkommen müssen. Deshalb werden Aktionen wie seine anderswo wohl eher nicht aufkommen.

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