NoBillag: Fernsehen ohne Weitblick in der Schweiz

4 Mrz

Wir Schwyzer sind mitunter ein wenig langsamer. Nicht alle Schweizer sind immer auf der Höhe; und unten im Tal kann man halt nicht wirklich weit sehen.
Fernsehen ist also nicht überall in der Schweiz verbreitet. Manche Schwyzer leben und denken eher ein wenig beengt.
Sie möchten nun die Billag abschaffen. Die Gebühr für die Schweizerische Rundspruchgesellschaft (SRG) halten sie für ungebührlich. Frank und frei fordern sie, die jährlich 400 Franken pro Bürger an die Billag einzusparen und die Billag aufzulösen.
Letzten Endes würden sie damit zugleich auch den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk in der Schweiz auflösen. Doch das ist ihnen egal. Dessen Bildungsauftrag geht ihnen am Hintern vorbei.
Für heute haben sie zur Volksabstimmung über die Billag aufgerufen. Wer nichts im Kopf hat, möchte wenigstens was in der Tasche haben, meinen sie wohl. Und so lügen sie sich und anderen Eins in die Tasche, indem sie die Billag für verzichtbar erklären.
Wer jedoch Bildung und Wissen für verzichtbar hält, der hält wohl auch Demokratie für unnötig. Jedenfalls betreiben das Volksbegehren „NoBillag“ genau diejenigen Rechtspopulisten, die die Demokratie wie einen Schweizer Käse aushöhlen, indem sie das Recht von rechts her anknabbern.
Unentwegt warnen sie vor „Überfremdung“. Wenn aber das Informationsangebot der SRG löchrig ist wie ein Schwyzerkas, dann werden die Schweizer wohl ORF, ARD und ZDF einschalten. Doch die Öffentlich-Rechtlichen Radio- und Fernsehprogramme in Deutschland und Österreich kommen ja gar nicht wirklich aus dem Ausland und stellen auch gar keine Überfremdung dar, weil sie die Schweizer ja nichts kosten!

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