Aktien als Altersvorsorge: Die Kasinorente des Kandidaten Friedrich Merz

3 Dez

„Die Rente ist sicher“, betonte einstmals nimmermüde der CDU-Sozialminister Norbert Blüm. Allerdings ist sie das nicht vor Walter Riester und Friedrich Merz.
Mit der „Riester-Rente“ wollte der einstige IG-Metall-Chef gleichen Namens angeblich das Rentenniveau sichern. Tatsächlich hat sie aber nur die Gewinne von Vermögensverwaltern wie AWD und DVAG gesichert. Fast ungekürzt landeten die staatlichen Zuschüsse für die Zusatzrente in den Taschen von Carsten Maschmeyer und Reinfried Pohl.
Auch wenn das Modell sich nicht gerade durchsetzte, unternimmt Merz nun einen neuen Anlauf zur angeblichen Alterssicherung. Er hat sich dafür ausgesprochen, Aktien als Altersvorsorge staatlich zu begünstigen. Als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Blackrock-Vermögensverwaltung weiß er natürlich Bescheid.
Für Aktiengeschäfte benötigen die Aktionäre ein Aktendepot bei einer Bank. Das kostet Gebühren. Diese Kosten müssen die Kurssteigerungen der dort deponierten Aktien erst mal erwirtschaften.
Merz möchte die Erträge erst mit Eintritt des Rentenalters steuerlich freistellen. Vorher könnten die Aktionäre nicht ohne Verluste auf ihr Depot zugreifen. Das ist eine überaus clevere Idee.
Deutsche Aktiengesellschaften erhielten damit langfristig festgelegte und nur schwer abrufbare Geldeinlagen. Angesichts des volatilen Aktiengeschäfts wäre das eine verlässliche Grundlage für die Konzerne.
Hätte beispielsweise jemand vor fünf Jahren in VW-Aktien investiert, so müsste er deren Kursstürze aufgrund des Diesel-Betrugs wohl hinnehmen. So sichert Merz kriminelle Konzernvorstände vor berechtigten Kurseinbrüchen ab. Die „Freie Marktwirtschaft“ würde so sogar von Marktreaktionen auf Gesetzesbrüche freigehalten.
Wenn es nach Merz geht, soll also der sprichwörtliche „Kleine Mann“ den Großkonzernen das stabile Finanzkorsett für ihre kriminellen Geschäfte finanzieren. Dergleichen wagt nicht einmal die sonst so neoliberale FDP. Mit seiner Kandidatur zum CDU-Vorsitz strebt Merz vermutlich eine feindliche Übernahme der CDU durch die FDP an.
Die Kasinorente von Merz zeigt, was dieser Mann wirklich von Finanzen versteht: Man muss die Kleinen schröpfen, wenn man reich werden will. Ob er dank dieser Devise wohl selber Millionär geworden ist?

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: