Prosit Neujahr. Die CSU geht ins Kloster

3 Jan

Kaum bin ich aus den Weihnachtsferien zurück, da geht´s auch schon los: Die CSU geht ins Kloster und Horst Seehofer in die Vollen. AKK ist auch da.
Bei der traditionellen Neujahrsklausur der CSU geht es ans Eingemachte: Im Kloster Seeon möchten die bayerischen Bundestagsabgeordneten Härte zeigen gegen „kriminelle Ausländer“ und gegen Anschläge auf Flüchtlinge. Markige Reden von Horst Seehofer gehören bei den Klausuren der Erzkonservativen seit Langem zum rechten Ton.
Sein Nachfolger Markus Söder indes schlägt versöhnlichere Töne an. Er hat die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer eingeladen, um Harmonie zu demonstrieren. Die böse Quittung für Seehofers Zwietracht mit Angela Merkel steckt ihm noch tief in den Knochen.
Als zupackender Macher-Typ möchte Söder auch etwas gegen den Klimawandel unternehmen. Dabei schwebt ihm allerdings das altbekannte Floriansprinzip vor nach dem Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!
So meinen die CSU-Antragsteller, sie könnten die Anstrengungen zum Schutz des Klimas nach altbewährter kolonialistischer Manier ins Ausland abschieben, während hierzulande weiter Kohle mit Kohlen gemacht wird. Den Koleausstieg will die CSU „sozialverträglich“ angehen, was so viel bedeutet wie „am liebsten am Sankt-Nimmerleins-Tag“.
Diese CSU ist schon eine rechte Gurkentruppe: Haltung ist bei ihr meist krumm vom vielen Verbeugen vor dem Kapital und den rechten Wählern. Immerhin ist dieses Jahr nicht wieder Viktor Orban eingeladen wie 2018.
Da ist aber auch Manfred Weber vor. Der CSU-Spitzenkandida der Europäischen Volkspartei (EVP) möchte die Wahl zum Europa-Parlament im Mai gewinnen und hat deshalb allen Euroskeptikern in der CSU die Rote Karte gezeigt.
So kann ich mich nun also gemütlich zurücklehnen und zuschauen, wie die CSU im Kloster Seeon ihr bayerischees Kasperletheater aufführt, bevor die FDP dann bei ihrem Dreikönigstreffen ihre wirtschaftsliberalen Phrasen drischt. Von der SPD ist ja ohnehin nichts Substanzielles zu erwarten, da sie zwar Hartz IV als falsch erkannt, aber kein glaubhaftes Konzept zu dessen Überwindung gefunden hat.
Nachdem neulich auch die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock mit rassistischer Hetze gegen „kriminelle Flüchtlinge“ glänzte, ist die Parteienlandschaft in Deutschland eine rechte Qual. Alle wollen mit allen koalieren und verstehen Haltung eher als „Hand-Aufhalten“ denn als konsequentes Eintreten für Grundrechte. Vermutlich meinen sie, „Grundrechte“ seien solche Typen, die von Grund aus rechts sind und die andere schlicht als „Nazis“ bezeichnen.

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