Am Ende des Tages war der Hacker Johannes S. natürlich ein völlig unpolitischer Einzeltäter. Das BKA kennt sic h da aus.

11 Jan

Beinahe stolz äußerte sich die Bürgermeisterin von Homberg/Ohm über den Hacker Johannes S., weil er das Kaff im Vogelsberg aus seinem Dornröschenschlaf erweckt hatte. Dabei ist der 20-jährige Schüler offenbar ein rechter Rassist.
Doch das scheint die SPD-Bürgermeisterinvon Homberg ebensowenig zu stören wie das Bundeskriminalamt (BKA). Jedenfalls wurde das „Doxing“ – die Veröffentlichung vertraulicher persönlicher Dokumente über mehr als 1.000 Prominente – nicht als politische Straftat gewertet. Dabei soll Johannes S. selber als Grund für seine Tat angegeben haben, ihn hätten politische Äußerung seiner Opfer aufgeregt.
Dieser Zorn muss so stark gewesen sein, dass der Schüler selbst zu den geleakten Wohnadressen seiner Opfer fuhr und dort Klingelschilder und Haustüren fotografierte. Natürlich war er ein Einzeltäter, der alle Dokumente allein im stillen Kämmerlein der elterlichen Wohnung aus Datenbanken hervorzauberte und ins Internet stellte. Viel Zeit und Geld muss dieser Schüler gehabt haben, um so viele Daten zusammenzutragen und mit der Realität im „Real Life“ abzugleichen.
Auffällig ist, dass unter den Politikern, deren Wohnanschriften und Handynummern er online gestellt hat, kein einziges AfD-Mitglied war. Dagegen melden Medien nun, der Schüler habe in seinen Postings rassistische und rechtsextreme Aussagen verbreitet.
Doch für das BKA ist das kein politisches Tatmotiv. Rechtsextremismus zählt dort ohnehin weit weniger als eine linke Gesinnung. In diesem Punkt sind sich offenbar viele Beamte der Wiesbadener Behörde einig mit dem ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen und ihrem gemeinsamen Dienstherrn Horst Seehofer.
Würde das BKA rechtsradikale Motive für Straftaten konsequent angeben, dann müsste es möglicherweise auch seinen obersten Dienstherrn bloßstellen. Was anders ist schließlich Seehofers rechtspopulistische Haltung zur Seenotrettung im Mittelmeer als die billigende Inkaufnahme des Todes von Menschen durch unterlassene Hilfeleistung eines Verantwortlichen in einer Garantenstellung?

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