Am Ende des Tages zählt auch in Marburg das Sicherheitsgefühl mehr als die Fakten.

20 Jan

Das „Sicherheitsgefühl“ der Bürgerinnen und Bürger ist der Politik teuer. Dagegen sind ihr Nazis in der Polizei anscheinend ziemlich egal.
Marburgs Bürgermeister Wieland Stötzel von der CDU profiliert sich als Law-and-Order-Django. Neben die Überwachung des ruhenden Verkehrs in der mittelhessischen Universitätsstadt soll künftig auch das regelmäßige Patrouillieren der neuen Stadtpolizei treten. Vor Allem am „Marktdreieck“ und vor dem Hauptbahnhof soll sie verstärkt Streife gehen.
Eigentlich wäre es ja wohl Aufgabe des Landes, überall in Hessen für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Offenbar kriegt der CDU Innenminister Peter Beuth das aber nicht hin. Nicht mal die Polizisten hat er im Griff.
Zwölf hessische Polizeibeamte stehen unter dem Verdacht rechtsextremer Umtriebe. Die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basey-Yildiz erhielt Drohschreiben, die mit „NSU 2.0“ unterzeichnet waren und in denen Daten verwendet wurden, die zuvor von einem Computer im 1. Frankfurter Polizeirevier aus internen Datenbanken abgefragt worden waren. Mit der Aufklärung dieses Skandals ist Beuth offenbar so beschäftigt, dass sich sein Parteifreund Stötzel in Marburg um Beuths Kerngeschäft kümmern muss.
So kann sich Stötzel bei der rechten Wählerschaft als rechter Vorkämpfer „des Rechts“ profilieren, während die Bevölkerung die Zeche zahlt für diese Übernahme von Landesaufgaben durch die Stadt Genügend Grund für mehr Streifengänge gibt es laut Kriminalstatistik nämlich nicht in Marburg. Aber in Zeiten von Fake News zählt ein „Sicherheitsgefühl“ ja mehr als Fakten.

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