Am Ende des Tages sind Steuerzahler zumeist arme Schlucker.

14 Feb

Steuern sind Teufelszeug. Ich zahle keine Steuern. Dieser gierige Finanzminister soll mich gefälligst in Ruhe lassen!
Der „Soli“ ist viel zu hoch. Die Steuern machen unsereins arm. Darum zahle ich keine Steuern.
Der Staat soll der Wirtschaft eine ordentliche Infrastruktur zur Verfügung stellen. Flächendeckende Breitbandnetze, gut instandgehaltene Autobahnen und eine schlagkräftige Polizei sorgen dafür, dass der Wohlstand nicht gefährdet wird. Das Geld dafür muss der Staat bei denen eintreiben, denen diese Infrastruktur auch zugute kommt.
Letztlich sind das Millionen Bürgerinnen und Bürger. Wenn sie etwas leisten wollen, dann müssen sie vorher auch ihre Steuerschuld ableisten. Schließlich kann der Staat nur ausgeben, was er vorher eingenommen hat.
Wir Unternehmer aber müssen von Steuern verschont bleiben. Schließlich sind wir die Leistungsträger, die den Wohlstand erwirtschaften. Ohne uns bekäme der Staat gar keine Steuern.
Wenn der Steuersatz hierzulande zu hoch ist, dann gehe ich halt anderswohin. Andere Länder reiben sich die Hände, wenn ich komme und mein Knowhow mitbringe. Ich weiß ganz genau, wie man Politiker erpresst.
Kein Mensch zahlt gerne Steuern. Im Gegensatz zu anderen Menschen bin ich aber mehr als nur irgendein Mensch: Ich bin Spitze!
Darum darf der Spitzensteuersatz auch nicht zu hoch ausfallen, sondern eher nur sinken. Mit Steuersparmodellen kann ich meine Steuerschuld dann weiter verringern. Notfalls gibt es ja auch noch Steuerparadiese, wohin ich mein Vermögen zu verschieben vermag.
Ich zahle keine Steuern. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Steuern sind nur etwas für arme Schlucker, die angesichts ihrer vielen finanziellen Verpflichtungen letztlich niemals reich werden.
Die meisten Politiker verstehen das ganz gut. Schließlich stehen sie entweder auf meiner Gehaltsliste oder in meinem kleinen Notizbuch. Darin notiere ich mir sehr akribisch, was ich über wichtige Leute so weiß.
Steuern bezahle ich deshalb schon lange nicht mehr. In der Öffentlichkeit jammere ich immer, dass diese hohe Steuerlast mich furchtbar drückt und am Ende so arm macht, dass ich nichts mehr unternehmen kann. Einem arabischen Sprichwort zufolge ist das Jammern ja auch der Gruß der Kaufleute.

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