Am Ende des Tages sucht die Demokratie händeringend Asyl.

11 Apr

Die Demokratie musste ins Exil gehen. Aber kein Land wollte sie aufnehmen.
„Hast Du einen gültigen Pass?“ Diese Frage musste sie betrübt verneinen. Wozu hätte sie derlei früher denn gebraucht?
„Bleib, wo Du bist“, sagte der Zöllner. „Man muss sich da durchbeißen, wo man lebt. Weglaufen ist keine Lösung.“
Muss man also da bleiben, wo es gefährlich ist? Muss man alles aushalten? Muss man still sitzenbleiben, bis sie einen abholen kommen?
„Wir wollen Dich hier nicht mehr sehen“, sagten sie zur Demokratie in ihrem Heimatland. „Hau ab! Sieh zu, dass Du Land gewinnst“
In Afrika war kein Platz für die Demokratie. In Europa war auch kein Platz für die Demokratie. Im Mittelmeer ist sie ertrunken.
„Ersäuft sie“, schrien die geifernden Populisten Mit grimmigem Gesicht hinderten sie einige hilfsbereite Menschen daran, sie aus dem Mittelmeer zu retten. „Untersteht Euch“, drohten sie ihnen.
So ruht nun die Demokratie auf dem Grunde des Mittelmeers. Europa hat kein Mittel mehr, sie wiederzubelben. Die werten Herrschaften in Europa haben ihre werten Mitmenschen aus Afrika ihrem Herrenmenschentum geopfert und damit auch die Werte von Demokratie und Humanität.

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