Am Ende des Tages ist die Erfassung der Arbeitszeit eine unerträgliche Bürokratie.

18 Mai

Wer schreibt, der bleibt. Wer nicht aufschreibt, der bleibt unbezahlt.
So etwa hat sich das der Europäische Gerichtshof (EuGH) wohl gedacht. Jedenfalls hat er in einem Urteil alle Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten lückenlos zu erfassen. Nur so köne die Entlohnung von Überstunden sichergestellt werden, meint das höchste europäische Gericht.
Kaum hat der EuGH das festgelegt, da ertönt auch schon lautes Gezeter. Das sei ein „Rückfall“ in die „Stechuhr-Mentalität“, wettern einige. Damit werde das Modell der „Vertrauensarbeitszeit“ gefährdet, jammern andere.
„Bürokratie“ tönt es natürlich auch. Das ist immer das beliebteste „Argument“ gegen gerechte Regelungen zum Schutz von Beschäftigten. Wenn ein Mindestlohn festgelegt und hiterher sogar noch dessen Einhaltung überprüft wird, dann ist das natürlich eine „furchtbare Demokratie“.
Arbeitgeber sind wie einarmige Banditen: Für die Durchsetzung ihrer Interessenist ihnen keine Bürokratie zu teuer oder aufwendig, doch die kleinsten Regelungen sind unerhört, wenn sie sie etwas kosten. Die Beschäftigten brächten am besten noch Geld mit, um bei ihnen arbeiten zu dürfen.
Allen Kritikern der Zeiterfassung ist letztlich Eines gemein: Sie wollen offenbar die Überstunden ihrer Beschäftigten nicht korrekt entlohnen. Welchen anderen Grund gäbe es sonst, so erbittert gegen die genaue Erfassung der Arbeitszeit zu Felde zu ziehen?

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