Am Ende des Tages fallen die Masken.

19 Apr

Die Logik war das erste Opfer des Coronavirus. Seit es Deutschland erreicht hat, grassieren hier auch Panikmache, Verschwörungsmythen und Allmachtsphantasien.
Bei Protestaktionen gegen die EU-Flüchtlingspolitik schubsen Polizisten Demonstrierende herum. Dabei fassen sie die Protestierenden mit harter Hand an. Aufgelöst werden die Aktionen angeblich, um die Bevölkerung vor einer Verbreitung des Virus zu schützen und das verordnete Abstandsgebot durchzusetzen.
Schilda lässt grüßen. Die Städte Halle und Hanau sowie die Bundesländer Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben eine „Maskenpflicht“ angeordnet. Dabei liefert Amazon Anfang April bestellte Masken erst Ende Mai.
„Nä, näh“, ruft da der Kumpel im Kohlenpott und setzt sich an seine Nähmaschine. Aber nicht alle haben so ein Gerät oder sind geschickt genug, sich selber eine Maske herzustellen Für Blinde und Behinderte wird´s besonders schwierig.
Aber ein Tuch tut´s auch, beruhigt Manuela Schwesig die völlig verängstigten Neurotiker. Das klingt schal, wenn man mit dem Schal vor Nase und Mund zur Demo läuft und dort damit gegen das Vermummungsverbot verstößt.
Asthmatikern bleibt da die Luft weg. Andere hingegenentwickeln ungeahnte Kreativität, um das Unmögliche möglich zu machen. Zuckerbrot und Peitsche sind längst passee in Zeiten von täglich wechselnden Allgemeinverfügungen und strengen Strafen bei deren Nichtbefolgung.
Die Gesetzgeber wetteifern in Pandemie-Populismus und fordern, was das Zeug hält. Gleichzeitig eröffnen sie wieder Möbelhäuser und Großbuchhandlungen. Den Drecksbetrügern von der Autolobby werfen sie Milliarden in den Rachen, damit die die nächste Katastrophe schon mal ordentlich in Gang setzen.
Den gemeinen Bürgerinnen und Bürgern verlangen sie undurchführbare Maskierungen ab, damit die neoliberalen Marktideologen wieder ans Werk gehen und das Klima weiter verpesten können. Artensterben und Landschaftszersiedelung begünstigen das Überspringen neuartiger Viren von Wildtieren auf Menschen. Kohlendioxid macht Millionen Menschen krank.
Wenigstens werden die Krankenhäuser nun endlich vom neoliberalen Würgegriff der Leopoldina, von Bertelsmann und INSM befreit. Doch schon verheißt die Bertelsmann-Stiftung den bedrängten Kliniken Hilfe mit einem neuenOnline-Tool, das bundesweit Auskunft gibt über freie Intensivbetten. Währenddessen jubeln die Datenkraken, dass sie ihre Tracing-Apps nun mit der Behauptung durchsetzen könnten, damit ließe sich die Ausbreitung des Coronavirus ohne wesentliche Einschränkungen des Alltagslebens erreichen.
Statt nachhaltige Lehren aus der Pandemie zu ziehen und die neoliberale Globalisierung der – angeblich sich selbst regulierenden – „Märkte“kritisch zu hinterfragen, herrscht gähnende Leere in vielen Köpfen. Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal sind ausgepowert und werden von den neoligeral privatisierten Kliniken nun mit Zwang an schlecht geschützte Arbeitsplätze kommandiert. Kaputtgesparte Schulen ohne saubere Toiletten werden wieder mit Schülerinnen und Schülern gefüllt, da das Lehrpersonal angesichts fehlender Technik kaum einen hochwertigen Online-Unterricht durchführen konnte.
Angesichts dieser beschissenen Situation ist es kein Wunder, dass es allüberall mangelt an Klopapier. „Allmächtiger!“, rufen einige entsetzt, und sofort drehen sich Jens Spahn und Markus Söder nach ihnen um. Je ohnmächtiger sich die gebeutelten Menschen fühlen, desto mehr Macht können sie sich unter den Nagel reißen mit dem Versprechen, sie würden´s schon richten zum Wohle der Wirtschaft.

%d Bloggern gefällt das: