Am Ende des Tages ist das Auto der Deutschen liebstes Kind.

23 Mai

Das Auto ist der Deutschen liebstes Kind. Das gilt zumindest für die Mehrheit der deutschen Politiker.
„Nur Fliegen ist schöner, findet der Wirtschaftsminister und kauft sich bei der Lufthansa ein. Neun Milliarden Euro spendiert er der Fluglinie, deren Börsenwert nur bei vier Milliarden liegt. Mitreden möchte Peter Altmaier aber nicht.
Während sich weltweit die „Flugscham“ verbreitet und Altmaiers Kabinettskollege Heiko Maas ankündigt, weitere Rückholaktionen werde es nicht geben, fliegt der CDU-Wirtschaftsminister auf die Lufthansa. Für den Kranich opfert er die Knete, die später anderswo dringend gebraucht wird. Aber Luftnummern sind in der Wirtschaft ja gang und gäbe.
Eine Abwrackprämie zugunsten der Automobilkonzerne fordert derweil die CSU auf ihrem virtuellen Parteitag. immerhin mahnt Markus Söder dabei noch ein wenig verhalten die ökologische Nachhaltigkeit der geförderten Industrien an. Aber Zukunft sieht der bayerische Ministerpräsident weiterhin im Auto, das notfalls eben auch mal elektrisch vorwärtsbewegt werden könnte.
„Deutschland lebt vom Export“, hat Söder zutreffend festgestellt. „Wir müssen jetzt die Binnenkonjunktur ankurbeln“, ist seine ebenso zutreffende Schlussfolgerung.
Doch anstatt Kindern und Familien Geld zu geben oder ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) durchzusetzen, setzt Söder auf die technologischen Dinosaurier aus den Wrkhallen von BMW, Daimler, Opel, Porsche und VW. Das sind genau die Firmen, die ihre Kundschaft betrogen und das Klima verpestet haben, um weiterhin ihre rückwärtsgewandten Motoren in ihre überkommenen Blechkisten einbauen zu können. Wer da nicht an Korruption denkt, der muss schon sehr begriffsstutzig sein.
„Demokratie ist die Herrschaft des Volkes“, ist in Lexika zu lesen. Das altgriechische Wort steht jedenfalls nicht für die Vormacht der Reichen, die eherin den früheren Herrschaftsbegriffen vom „Königreich“, dem „Weltreich“, dem „Dritten Reich“ oder dem „Tausendjährigen Reich“ wiederzuerkennen ist. Reich bleiben wollen trotz der Pandemie diejenigen, die auf technologische Auslaufmodelle wie das Dieselauto, den Luftverkehr und den Massentourismus gesetzt haben.
Arm dran hingegen sind die armen, die bisher schon arm waren und es nun noch mehr werden. Lebensmittel werden teurer, doch Hartz IV bleibt gleich. menschen, Kinder und Familien sind den Regierenden anscheinend gleich.
„Wir sind das Volk“, rufen da viele. Leider stehen sie eng zusammen mit Rechten, die zwar von „Grundrechten“ faseln, abber im Grunde rechte Leugner des demokratischen Rechtsstaats sind. Am Geburtstag des Grundgesetzes kann das einem eigentlich nicht recht sein.

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