Am Ende des Tages ist ein fauler Kompromiss besser als keiner.

22 Jul

Die Regierungschefs der EU haben sich geeinigt. Jeder hat etwas gegeben und dafür etwas gekriegt.
So etwas nennt man „Kompromiss“. Das passende Eigenschaftswort dazu ist „kompromittierend“. Das Verhalten mancher Beteiligter beschreibt am besten das Eigenschaftswort „kompromisslos“.
Auf „gut Deutsch“ könnte man zum Verhalten der sogenannten „sparsamen Vier“, die am Ende fünf waren, auch das Hauptwort „Erpressung“ benutzen. Doch das wäre wohl etwas Kurz gegriffen.
Auch in der Europäischen Union, die nur so heißt, aber meist eher eine Vielfalt mit viel Einfalt ist als eine wirkliche „Union“, fördert das Coronavirus gnadenlos die Bruchlinien und Schadstellen zutage, die längst vorhanden sind und waren. „Jeder ist sich selbst der Nächste“, lautet die Devise. „Zusammen sid wir unausstehlich.“
Boris Johnson ist ja schon ausgetreten. Dank massenhaft russischem Geld und russischer Hilfe hat er den Brexit durchgezogen. Dafür trifft das Coronavirus das in Nationalismus „Vereinte Königreich“ mit besonderer Härte. Wäre das UK noch Mitglied der EU, könnte es auch Knete kriegen aus Brüssel, aber beim Austreten soll man niemanden stören.
Norden gegen Süden und Osten gegen Westen zanken sich die Granden der EU. Die grande Dame aus Berlin moderiert, so gut es geht, und kriegt es hin, dass alle bis zum Ende bleibenund ein Ergebnis hinschreiben. „Kompromiss“ heißt das wohl wegen Miss Merkel und ihrer FReundin Ursula von der Leyen.
Am Ende des Tages hat fast jeder was daran herumzumäkeln. Aber beim Makeln hat Merkel trotzdem wieder einmal ihre Klasse bewiesen. Angela wird fehlen, was die meisten aber wohl zu spät merkeln werden.

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