Am Ende des Tages muss der Staatsanwalt sitzen.

24 Jul

Der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt sitzt im Knast. Dort hält er sich aus beruflichen Gründen auf.
Allerdings will sich der Anklagevertreter nicht nur mal so ansehen, wie eine Justizvollzugsanstalt (JVA) von innen aussieht; das hätte er natürlich auch tun können. Aber der Oberstaatsantwaltschaft befindet sich wegen Krruptionsvorwürfen in Untersuchungshaft.
Ihm wird vorgeworfen, einen Bekannten begünstigt zu haben und dabei selber auch profitiert zu haben. Gutachten im Wert von 12 Millionen Euro soll er seinem Kumpel zugeschanzt haben. Dafür soll er Provisionszahlungen erhalten haben.
Vorgeworfen wird ihm, das einträgliche „Geschäftsmodell“ ausbaldowert und seinem „Geschäftspartner“ vorgeschlagen zu haben. Milliardenschwere Aufträge zu vergeben, ist ja auch viel lukrativer, als reuigen Straftätern zu vergeben.
Aber natürlich gilt auch gegenüber dem Oberstaatsanwalt die Unschuldsvermutung. Solange nicht gerichtlich festgestellt ist, dass er korrupt war, ist der Anklagevertreter nicht vorbestraft.
Nach der Logik von Bundesinnenminister Horst Seehofer hätte es eigentlich nie zu dieser Verhaftung kommen dürfen. Schließlich ist Korruption ja verboten. Als Vertreter von Recht und Gesetz halten sich Staatsanwälte natürlich auch daran!
Jedenfalls gilt das laut Seehofer für „Racial Profiling“ bei der Polizei. Da das verboten ist, will er es nicht untersuchen lassen.
Korruption bei Polizei und Staatsanwaltschaften würde er nach dieser Logik dann ganz gewiss auch nicht ahnden. Kriminelle müssen es also nur schaffen, Staatsanwalt oder Polizist zu werden; dann stehen ihren Machenschaften Tür und Tor offen.

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