Am Ende des Tages war heute autofrei.

22 Sep

Heute war der autofreie Tag. Mein Auto hatte frei. Alle Autoren trafen sich beim Autorennen.
Ich bin ein Autodidakt. All meine Kenntnisse habe ich mir selbst beim Autofahren beigebracht. Ein- und aussteigen, beschleunigen und bremsen, anhalten und aushalten kann ich nur deshalb so gut, weil ich das alles am Auto ausprobiert habe.
Ist irgendwo eine Schraube locker, ziehe ich sie gleich wieder fest. Herumschrauben an meinem Auto ist für mich ein wahres Fest. Während andere am Stock gehen, gehe ich an den Schraubstock.
Raserei ist für mich keine Gemütsregung, sondern die alltäglich Fortbewegung. Bahn frei nicht nur auf der Autobahn! Rasen ziert nicht nur meinen Garten, sondern ist auch meine Lieblingsbeschäftigung vor Altenheimen, Kindergärten und Schulen.
Bahn frei fordern manche in der Annahme, der schienengebundene Personenverkehr müsse kostenlos werden. Das nennen sie „Verkehrswende“. Für mich ist die Verkehrswende dasjenige Fahrmanöver, das ich auf einer vier-
oder sechsspurigen Straße bei starkem Verkehr gern mit quietschenden Reifen vollführe.
Mein Domizil ist ein Autohaus. Was andere „Garage“ nennen, ist für mich gar keine ausgegarte Konstruktion. Mein Auto muss überallhin mitkommen mit mir.
Mein Auto liegt mit mir im Bett. Schließlich ist es ja das Allerliebste, was ich habe. Meine gesamte Aufmerksamkeit und Zeit widme ich seiner Pflege, damit es ihm gutgeht.
Wenn es dem Auto gutgeht, geht es auch mir gut. Wenn mein Auto gut fährt, läuft alles. Unbill widerfährt mir nur, wenn mein Auto wieder mal nicht fährt.
Gottseidank kommt das sehr selten vor. Eigentlich müsste ich statt „Gott“ eher „Auto“ sagen. Denn Autoseidank brauch ich nicht mehr auf eigenen Beinen zu laufen.
Am siebten Tage aber ruhte er. Am autofreien Tag bleibe ich mit meinem geliebten Auto daheim. Schon seit Kindertagen besitze ich dieses kleine Gefährt von Wiking im Maßstab 1 zu 87.

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