Am Ende des Tages sind die Berliner sehr süß.

21 Nov

Ich mag Berliner sehr gern. Sie sind so süß.

Frankfurter und Nürnberger mag ich natürlich auch. Kasseler bevorzuge ich ebenfalls. An Berliner kommen sie aber alle nicht ran.
In Berlin nennen sie die Berliner nur „Pfannkuchen“. Außen sind sie meist klebrig; aber drinnen steckt ein fruchtiger Kern. Das ist pure Marmelade oder manchmal auch Pflaumenmus.
Berliner gibt es gelegentlich auch mit Schokoladenüberzug. Manchmal ist auch Quark drin. Immer kann man dieses Backwerk mit wenigen Bissen verspeisen.
Im Gegensatz zu den Berlinern, die eine dicke Lippe riskieren und sich selber für die Größten halten, sind die Berliner in der Bäckerei immer stumm. Mit ihnen kann man sogar den großmäuligen Berlinern mal vrübergehend das Maul stopfen. Auch darum mag ich diese Backwaren sehr.
Die „Hauptstadt“ hingegen ist für mich der pure Horror. Keine deutsche Stadt ist so provinziell wie dieses Kaff an der Spree. Dort reden die Eingeborenen nur von „Mitte“ oder „Hauptstadt“ und kommen gar nicht auf die Idee, dass es außerhalb von ihrem bescheuerten Nest viele andere Städte und Dörfer gibt.
Pampig und maulig setzen sie alles daran, Besucher zu vergraulen. Dabei ist das völlig unnötig. Wer will schon freiwillig in einer Stadt leben, die weder Wahlen noch Flughäfen hinkriegt und trotzdem fest davon überzeugt ist, sie sei eine Metropole?
„Ich hab noch einen Koffer in Berlin“, sang vor vielen Jahren einmal Hildegard Knef. Genau so muss man mit diesem selbstgerechten Haufen geldgieriger Grundstücksspekulanten umgehen: Ein Koffer in Berlin ist tausendmal besser als eine Wohnung in Berlin.

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