Am Ende des Tages sollte die katholische Kirche das Strafrecht bei Priestern anwenden, statt es für Frauen zu fo rdern.

8 Jan

Die neue Bundesregierung möchte den Paragraphen 219a aus dem Strafgesetzbuch streichen. Der Limburger Bischof Georg Bätzing ist dagegen.
Der Vorsitzende der katholischen deutschen Bischofskonferenz behauptet, der umstrittene Paragraph verhelfe Frauen zu einer besseren Entscheidungsgrundlage. Das gesetzliche Werbeverbot für Abtreibung garantiere „objektive“ Informationen über Schwangerschaftsabbrüche. Leider irrt Bischof Bätzing da aber gewaltig.
Das Gegenteil ist der Fall: Der Paragraph 219a verhilft selbsternannten „Lebensschützern“ und knallharten Rechten zu Vorwänden, ihrem Hass auf Frauen freien Lauf zu lassen. FRauen und ihre Ärztinnen bedroht dieser Paragraph und zwingt sie so zu Duckmäusertum und Verzicht auf ihre Menschenrechte.
Die Katholische Kirche aber klammert sich hartnäckig an ihre überkommene reaktionäre Tradition. Bischof Bätzing fühlt sich bemüßigt, sich in die Debatte über das Selbstbestimmungsrecht von Frauen einzumischen, das seine Organisation seit Jahrhunderten unentwegt mit Füßen tritt. Zugespitzt könnte man ihm vorwerfen, dass er mit seiner Aussage in der Tradition der Hexenverfolgung steht und nichts gelernt hat über die Enwicklung der Frauenrechte seither.
Während das Erzbistum Köln über einen möglichen Missbrauch von Mitteln der Kirche für fragwürdige Beschönigungskampagnen zu sexueller Gewalt durch Kleriker debattiert und dabei mit kritischem Auge auf Rainer Maria Kardinal Woelkig blickt, hat Bätzing nichts Besseres zu tun, als das Strafrecht für Aufklärungsaktionen zu Schwangerschaftsabbrüchen für notwendig zu erklären. Die Anwendung des Strafrechts bei sexueller Gewalt gegen Kinder durch Angehörige seiner Kirche war bislang oft kein ernsthaftes Thema der deutschen Bischöfe. Die Frauenkampagne „Maria 2.0“ fordert vergeblich die Gleichstellung von Frauen in der Katholischen Kirche, während Bätzing der Strafverfolgung benachteiligter Frauen und hrer Ärztinnen das Wort redet.
Das ist immer noch finsterstes Mittelalter. So können die Katholiken nicht in der Gegenwart – geschweige denn der Zukunft – ankommen. Darum sollte Bätzing besser darüber reden, wie seine Kirche Gerechtigkeit für Frauen erreichen kann, und dann auch schnellstens zugunsten der Geschlechtergerechtigkeit handeln!

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